Mitteilungen der Psychotherapeutenkammer Bremen
Wechsel in der Geschäftsführung
Die Kammerpräsidentin, Amelie Thobaben, begrüßte Grazina Urmonas, die ab 1. Mai 2025 als Geschäftsführerin der Psychotherapeutenkammer Bremen (PK HB) ihre Arbeit begonnen hat.
Begrüßung der neuen Geschäftsführerin
Der Vorstand freut sich darüber, eine erfahrene Geschäftsführerin gewonnen zu haben. Sie verfügt über zwei Studienabschlüsse in den Bereichen Geisteswissenschaften, Rechts- und Wirtschaftswissenschaften sowie langjährige Führungserfahrung im sozialen, gesundheitlichen und gemeinnützigen Sektor.
Zu ihren zentralen Kompetenzen zählen betriebswirtschaftliches und juristisches Fachwissen, insbesondere in den Bereichen Sozial-, Arbeits- und Gesellschaftsrecht. Gründe für Frau Urmonas Entscheidung, bei der PK HB arbeiten zu wollen, lagen in der Kombination der Aufgabenbereiche mit fachlicher Tiefe, persönlicher Weiterentwicklung und einem menschlich wertschätzenden Arbeitsumfeld, in dessen Genuss sie bereits seit dem ersten Tag kommen durfte.
Eine solch respektvoller Umgang mit echtem Interesse am Menschen ist ihrer Erfahrung nach selten im Berufsleben zu finden, so dass sie sich sehr auf die kommenden Aufgaben und die Arbeit mit Vorstand und Team freut. Des Weiteren sieht sie es auch als ihre Aufgabe, wenn immer möglich diese Wertschätzung und den Respekt auch an die Kammermitglieder weiterzugeben und ihnen mit Rat und Tat zur Seite zu stehen.
Die besondere Stärke der PK HB sieht die Wirtschaftsjuristin ganz klar in der hohen fachlichen Kompetenz gepaart mit überdurchschnittlichem Engagement des Ehrenamts sowie der interdisziplinären Netzwerkarbeit. Als besondere Herausforderung sieht sie die künftigen Entscheidungen der neuen Regierung im Gesundheitswesen mit all deren Chancen und Risiken, auf die die PK HB gemeinsam mit den anderen Landeskammern und der BPtK flexibel reagieren wird.
Bereits im April verabschiedeten sich der Vorstand und die Mitarbeiterinnen der Geschäftsstelle von Julia Spieker, die in den letzten zweieinhalb Jahren als Geschäftsführerin maßgeblich an der Neuorganisation diverser Prozesse beteiligt war. Ihr gilt der Dank der PK HB für die geleistete Arbeit.
PiA-Vertretung in der Psychotherapeutenkammer Bremen
Am 1. April 2025 waren alle PiA-Mitglieder der PK HB in die Kammergeschäftsstelle eingeladen. Im Vorfeld wurden die Ausbildungsinstitute in Bremen angeschrieben mit der Bitte, die PiA über die Veranstaltung sowie die Option einer Mitgliedschaft in der PK HB zu informieren. Neben der Möglichkeit zur politischen Teilhabe ist auch die freiwillige Mitgliedschaft im Versorgungswerk und damit die Teilhabe an der berufsständischen Altersvorsorge für viele PiA ein wichtiges Argument für eine Kammermitgliedschaft.
Das Vorstandsmitglied Imke Vassil und Kammerpräsidentin Amelie Thobaben stellten die Kammer und ihre Aufgaben vor und konnten viele Fragen beantworten. Gleichzeitig wurde aber auch erkennbar, wie vielfältig die Aufgaben sind und wie individuell vor allem die politische Arbeit gestaltet werden kann. Vieles hängt von den sich engagierenden Personen, ihren Hintergründen, Erfahrungen, Interessen sowie deren politischen Netzwerken ab.
Wahl neuer PiA-Sprecherinnen
Mit der Approbation endete für den bisherigen PiA-Sprecher, Cevin Pleines, seine Funktion, sodass schon länger eine Wahl notwendig war, bisher aus Mangel an Kandidat*innen jedoch nicht erfolgen konnte. Umso erfreulicher ist es, dass nun Imke Vassil, PiA für KJP VT, sowie Maite Koop, PiA für PP TP, gewählt werden konnten. Wir gratulieren beiden herzlich zur Wahl! Die beiden PiA-Sprecherinnen der PK HB nehmen zukünftig zweimal jährlich an der Bundeskonferenz PiA teil.
Frau Vassil nahm am 23. und 24. März 2025 an der 31. Bundeskonferenz PiA teil. Sie ist in Deutschland derzeit die einzige PiA, die Vorstandsmitglied einer Psychotherapeutenkammer ist. Die BuKo PiA tauschte sich insbesondere über die Einbindung der PiA in den einzelnen Landeskammern sowie über den Stand der Umsetzung der neuen Weiterbildung aus. Im Fokus stand weiterhin ein Austausch mit der Präsidentin der BPtK, Dr. Andrea Benecke.
Austausch beim PiA-Treffen in der Kammer
Akkreditierung von Fortbildungsveranstaltungen
Seit Beginn des Jahres werden nun auch die Anträge auf Akkreditierung einer Fortbildungsveranstaltung über das Akkreditierungsportal der PK HB bearbeitet.
Nachdem während einer Übergangsfrist formlose Anträge möglich waren, stellen Veranstaltende jetzt ihre Anträge im Onlineportal.
Hierzu hat die PK HB für Interessierte zwei Online-Einführungsveranstaltungen am 1. und 3. April 2025 angeboten, die von den Mitgliedern gut angenommen wurden.
Nach einer initialen Registrierung geben Veranstaltende die Daten der jeweiligen Fortbildungsveranstaltungen ein und hinterlegen weitere Informationen, anhand derer überprüft werden kann, ob die angemeldete Veranstaltung den Vorgaben der Fortbildungsordnung entspricht.
In der Praxis zeigten sich mehrere Herausforderungen, die zum einen daraus resultieren, dass die Antragsstellenden die Vorgaben der Fortbildungsordnung nicht berücksichtigten, zum anderen in der Bedienbarkeit des Portals.
An einigen technischen Optimierungen wird derzeit noch gearbeitet.
Fehlende Regelungen, die in der Umsetzung der Fortbildungs- und der Gebührenordnung in der Praxis auffielen, sollen der nächsten Kammerversammlung zur Abstimmung vorgeschlagen werden, um für alle Beteiligten ausreichende Klarheit herzustellen.
Mitgliederinformationen auf der Homepage
Im Rahmen der fortgesetzten organisatorischen Anpassungen in der Geschäftsstelle werden und wurden Arbeitsabläufe angeschaut und dahingehend geprüft, ob die eingesetzten Ressourcen sinnvoll verwendet werden.
Hierbei wurde deutlich, dass insbesondere bei der Beratung von Mitgliedern viele Anfragen wiederholt an die Kammer herangetragen werden und dadurch erhebliche Arbeitszeit gebunden wird.
Ähnlich wie andere Institutionen informiert die PK HB auf ihrer Homepage zu typischen Fragen. Entsprechend können ratsuchende Mitglieder sich hier orientieren.
Die FAQ werden immer dann ergänzt, wenn Fragen wiederholt an die Geschäftsstelle herangetragen werden bzw. wenn Themen eine hohe Relevanz für große Teile der Mitgliedschaft haben.
Besonders die FAQ zur Berufsausübung für die Mitglieder wurde im vergangen halben Jahr um Informationen zu folgenden Themenaspekten ergänzt; weitere werden folgen:
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Anfragen vom Gericht (sachverständige Zeugen),
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keine Kooperationsgemeinschaft mit Heilpraktiker*innen,
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Befugnisse als Psychotherapeut*in ohne Fachkunde/ Weiterbildung,
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Vorsorgepflichten für den Verhinderungsfall (Verhinderung eines Praxisinhabenden durch Krankheit oder Tod).
Ebenfalls wurden die FAQ zur Fortbildung und Infos zu Mitgliedschaft und Mitgliedsbeitrag überarbeitet.
Alle Mitglieder werden gebeten, diese Informationsquellen bevorzugt zu nutzen.
Abschluss des Projektes Rehakompass
Auf Einladung der Deutschen Rentenversicherung (DRV) Oldenburg-Bremen nahm Vizepräsident Dr. Christoph Sülz am 7. Mai 2025 an der Abschlussveranstaltung des Rehakompass teil.
Mit der Idee, frühzeitig Bedarfe zu identifizieren, den Zugang zur Rehabilitation einfach zu gestalten und Menschen besser vorbereitet in die Rehabilitation zu bringen, befasste sich das Projekt SEMPRE (Schnittstellenmanagement zur frühzeitigen Ermittlung des psychosomatischen Rehabilitationsbedarfes und rechtzeitigen Steuerung in die Psychosomatische Rehabilitation). Dieses entstand aus einem Netzwerk mit der DRV Oldenburg-Bremen, der DRV Bund, der DRV Braunschweig-Hannover, den Jobcentern Bremen, Bremerhaven und Oldenburg, der zentegra Rehaklinik RPK Oldenburg und dem AMEOS Psychosomatischem Rehazentrum Bremen. Evaluiert wurde das Projekt durch die Universität Oldenburg. Ein zweites auf Suchtrehabilitation bezogenes Programm wurde parallel durchgeführt. Gefördert wurden beide Projekte durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales über das Bundesprogramm „Innovative Wege zur Teilhabe am Arbeitsleben – rehapro“.
Gemeinsam berichteten die an den Projekten Beteiligten in drei Vorträgen von der Durchführung der Projekte und trugen die Ergebnisse der Evaluation vor. Ergänzend schilderte ein Teilnehmer seine konkreten Erfahrungen und verdeutlichte, wie gut er von diesem Angebot profitieren konnte.
Interessierte Versicherte konnten über verschiedene Wege auf den Rehakompass hingewiesen werden, z. B. auch dadurch, dass im Rahmen der Psychotherapeutischen Sprechstunde ein Projektflyer ausgehändigt wurde. Nach Kontaktaufnahme fand eine Beratung durch die sogenannten Reha-Lots*innen statt, in der die Indikation und die Motivation geklärt wurden. Bei ausreichender Motivation fand dann im Anschluss eine zweitägige ambulante Schnupper-Reha in den kooperierenden Einrichtungen statt, bei der die Prinzipien der Reha kennengelernt wurden, Diagnostik und Befundung stattfanden und auf Wunsch auch ein Antrag auf medizinische Rehabilitation gestellt werden konnte. Zeitlich etwas später gab es dann noch einen abschließenden Kontakt mit den Lots*innen.
Im Zeitraum von März 2021 bis April 2025 wurden in SEMPRE 646 Erstkontakte registriert, von denen über die Hälfte an der Schnupper-Reha teilnahmen und bis heute knapp ein Drittel (wegen der Latenz zwischen Antrag und Antritt der Reha können die Werte noch steigen) eine medizinische Reha angetreten sind.
In der Darstellung der Ergebnisse wird deutlich, dass belastete Personen mit wenig Kontakt zum Hilfesystem erreicht werden konnten, in dem im betrieblichen Kontext durch Workshops sensibilisiert wurde, im Gesundheitsbereich Akteur*innen über das Projekt informierten und – das wurde im Rahmen der Abschlussveranstaltung betont – auch Informationen im privaten Kontext (z. B. zu hören, dass eine Person aus dem Bekanntenkreis Positives vom Rehakompass berichtet) von Hilfebedürftigen wahrgenommen wurden. Die Rolle der Lots*innen (ähnlich wie ein Casemanagement) dürfte sich ebenso positiv ausgewirkt haben.
Weiterhin konnte gezeigt werden, dass der Rehakompass Erwerbstätige erreicht, was in Bezug auf drohende Erwerbsminderung relevant sei. Die Teilnehmenden erlebten insbesondere die Kontakte zu den Lots*innen motivierend, entstigmatisierend und entsprechend als entlastend. Das während der Projektlaufzeit entstandene Netzwerk trug entscheidend dazu bei, das Projekt bekannt zu machen und Teilnehmende zu rekrutieren.
Herr Dr. Sülz kam am Rande der Veranstaltung mit Dr. Axel Kunte und Frau PD Dr. Aike Hessel von der DRV Oldenburg-Bremen ins Gespräch und gratulierte zum gelungenen Projekt und zur sehr runden Abschlussveranstaltung.
Literatur
Deutsche Rentenversicherung Oldenburg-Bremen (Hrsg.). (2025). Steuern mit dem Rehakompass. Die rehapro Modellprojekte SEMPRES und SEMPRE. Bremen: DRV Oldenburg-Bremen.