Editorial

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

hiermit liegt eine neue Heftnummer des PTJ vor und wir können Ihnen versichern: Es lohnt sich, sich durch die Ausgabe zu blättern – oder auch zu klicken. Selbst wenn viele von uns genießen, es sich mit der Druckausgabe im Sessel gemütlich zu machen, stehen Ihnen die PTJ-Beiträge stets auch digital auf unserer Website zur Verfügung.

Unser Internetauftritt wurde nun grundlegend neu gestaltet – ein großer Schritt Richtung Zukunft. Wir wollen damit moderner und nutzerfreundlicher sein. Herzlichen Dank für die zahlreichen positiven Rückmeldungen, die uns dazu schon erreicht haben!

Ein weiteres zentrales Anliegen war es, Einzelnachweise für alle PTJ-Artikel zu ermöglichen, sodass diese in die Online-Dienste der wichtigen Fachportale eingebunden und zitiert werden können; der Relaunch der Website schafft hierfür die Voraussetzung. Denn wir sind überzeugt: Wissenschaftliche Erkenntnis wächst durch Austausch, durch Diskussion – und durch Sichtbarkeit.

In diesem Sinne verstehen wir den Auftrag des PTJ: die Förderung eines produktiven Austauschs zwischen Wissenschaft und Praxis. Wissenschaftliche Erkenntnisse stellen die Basis unseres therapeutischen Handelns dar. Gleichzeitig ist unsere Erfahrung als Praktiker*innen unschätzbar wertvoll für die Forschung. Der Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis ist essenziell, um wissenschaftliche Erkenntnisse in die Anwendung zu überführen und praktische Herausforderungen wissenschaftlich zu bearbeiten. Er erzeugt Innovation und ist die Voraussetzung für die fundierte Weiterentwicklung beider Bereiche. Praxisnahe Fragestellungen liefern wertvolle Impulse für die Forschung, während die Anwendung wissenschaftlicher Erkenntnisse zur Lösung praktischer Probleme beiträgt. „Es gibt nichts Praktischeres als eine gute Theorie“ (Kurt Lewin). In diesem Sinne möchten wir Sie einladen zum Erkenntnisgewinn, zum kritischen Austausch und zur gepflegten Diskussion.

Einen Aufschlag dazu machen Carola Cropp et al. mit der Vorstellung der Ergebnisse einer Online-Umfrage der PTK Hessen zur Frage, was sich in der klinischen Versorgung tätige Psychotherapeut*innen von der Psychotherapieforschung wünschen. Ohne zu viel zu verraten: Eine Mehrzahl der Befragten wünscht sich, dass es zusätzliche Angebote vonseiten der Kammern gibt, die sie bei der Sichtung und dem Transfer wissenschaftlicher Befunde unterstützen. Dass das PTJ von den Befragten am häufigsten als hierfür herangezogene Fachzeitschrift genannt wurde, motiviert uns, auf diesem Weg voranzuschreiten.

Ans Herz legen möchten wir Ihnen außerdem den Artikel von Cord Benecke et al. zur Qualitätssicherung in der ambulanten Psychotherapie. Ein Thema, das uns seit vielen Jahren begleitet, bewegt und auch herausfordert. Es ist unser unschätzbar wertvolles Privileg als Kammern, uns selbst zu verwalten und unsere Qualitätsmaßstäbe selbst zu setzen – daher werden wir durch die neuen Entwicklungen mit Herausforderungen konfrontiert, die es zu diskutieren lohnt.

Die Erstellung von Leitlinien ist ein Paradebeispiel für eine konstruktive wissenschaftliche Diskussion: Sie komprimieren den Forschungsstand und leiten Handlungsempfehlungen basierend auf der aktuellen Evidenz und dem Konsens von Expert*innen ab. Sabine Maur et al. stellen die neue S2k-Leitlinie zu Geschlechtsinkongruenz und Geschlechtsdysphorie im Kindes- und Jugendalter praxisnah vor und leisten damit einen wichtigen Schritt hin zu mehr fachlicher Handlungssicherheit – und auch zu mehr Respekt und Teilhabe.

Lassen Sie uns in diesem Sinne für alle Facetten unserer Arbeit die Bereicherung des Dialoges zwischen Forschung und Praxis nutzen – um voneinander zu profitieren und gemeinsam Lösungen für die aktuellen Herausforderungen zu finden.

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Sabine Ahrens-Eipper & Andrea Walter (OPK)
Mitglieder des Redaktionsbeirats

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