Mitteilungen der Psychotherapeutenkammer Hamburg

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Rückblick auf erfolgreiche Fachtagung zum Thema Kindeswohlgefährdung vom 14. Juni 2025

Psychotherapeut*innen können auf vielfältige Weise Gefährdungen von Kindern und Jugendlichen wahrnehmen oder darüber Kenntnis erlangen. Jeder Verdacht kann Unsicherheiten darüber auslösen, wie im konkreten Fall zu handeln ist. Die rechtlichen Rahmenbedingungen, insbesondere die Schweigepflicht, das Bundeskinderschutzgesetz sowie der Schutzauftrag bei Kindeswohlgefährdung sollten daher auch im psychotherapeutischen Kontext gut bekannt sein.

Vor diesem Hintergrund veranstaltete die PTK Hamburg am 14. Juni 2025 in den Räumlichkeiten der Kassenärztlichen Vereinigung eine halbtägige Fortbildung zu dem wichtigen Thema mit dem Ziel, die Teilnehmenden fundiert zu informieren und zu stärken, damit sie professionell und zum Wohl des Kindes handeln können.

Kammerpräsidentin Heike Peper begrüßte das Publikum, die Referentinnen sowie die Mitglieder des Ausschusses „Psychotherapeutische Versorgung von Kindern und Jugendlichen“, die die Veranstaltung initiiert und gemeinsam mit dem Team der Geschäftsstelle organisiert haben. Heike Peper betonte die Bedeutung des Themas und das Anliegen der Kammer, mit dem Fortbildungsangebot ein Stück mehr Sicherheit, Erkenntnis und Erleichterung für die psychotherapeutische Arbeit zu bringen und die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Akteur*innen zu stärken.

Heike Peper übergab dann das Mikrofon an Gitta Tormin, die in ihrer Rolle als Vorsitzende des Ausschusses die Moderation an diesem Tag übernahm und die Referentinnen – die Kinderschutzkoordinatorinnen Gabriele Fuhrmann aus dem Bezirk Eimsbüttel und Melanie Steinbach aus dem Bezirk Wandsbek sowie Dorit Paetzold vom Kinderschutzzentrum Hamburg – vorstellte.

V. l. n. r.: Die Referentinnen der Fachtagung: Doris Petzoldt (Kinderschutzzentrum Hamburg), Gabriele Fuhrmann und Melanie Steinbach (Hamburger Kinderschutzkoordinatorinnen im Bezirk Eimsbüttel und Wandsbek)

V. l. n. r.: Die Referentinnen der Fachtagung: Doris Petzoldt (Kinderschutzzentrum Hamburg), Gabriele Fuhrmann und Melanie Steinbach (Hamburger Kinderschutzkoordinatorinnen im Bezirk Eimsbüttel und Wandsbek)

Die drei Expertinnen gaben im Rahmen von zwei Fachvorträgen einen fundierten Einblick in die rechtlichen Grundlagen und Begriffsdefinitionen und stellten praktische Beispiele ihrer Arbeit vor. So wurde insbesondere deutlich, wie wichtig eine klare Kommunikation und ein sensibles Vorgehen im Kinderschutz sind.

Beispielsweise sprechen die beiden Kinderschutzkoordinatorinnen Fuhrmann und Steinbach von „Mitteilung“ einer Kindeswohlgefährdung statt von „Meldung“, da der Begriff weniger negativ behaftet ist und den Fokus auf eine unterstützende Haltung legt.

Auch Doris Petzoldt betonte die Bedeutung einer auf Augenhöhe stattfindenden Zusammenarbeit mit den Eltern. Der Ansatz der Beratungsstelle lautet: Helfen statt verurteilen: „Uns geht es darum, die Eltern zu unterstützen und Eltern und Kinder so zu stärken, damit Kindeswohlgefährdung nicht wieder vorkommt.“

Im Anschluss an die Vorträge standen praxisnahe Workshops auf dem Programm. Hier lag der Fokus auf der Zusammenarbeit zwischen Psychotherapeut*innen, den bezirklichen Jugendämtern und dem Kinderschutzzentrum. Gemeinsam erarbeiteten die Teilnehmenden anhand eigener Fragen Gelingens- und Risikofaktoren im Umgang mit komplexen Situationen.

Die Veranstaltung wurde von allen Beteiligten als sehr bereichernd empfunden. Es zeigte sich einmal mehr, wie wichtig der Austausch und die gemeinsame Reflexion im Bereich des Kinderschutzes sind.

Auch zwischen den Vorträgen und Workshops nutzen die rd. 50 Teilnehmenden die Möglichkeit des Austauschs und der gemeinsamen Reflexion, in der Mittagspause bei bestem Sommerwetter auch im begrünten Innenhof.

Auch zwischen den Vorträgen und Workshops nutzen die rd. 50 Teilnehmenden die Möglichkeit des Austauschs und der gemeinsamen Reflexion, in der Mittagspause bei bestem Sommerwetter auch im begrünten Innenhof.

KM


Gut besuchte Online-Fortbildung zum Berufsrecht am 2. Juli 2025

Am 2. Juli 2025 fand eine äußerst gut besuchte Online-Fortbildungsveranstaltung der Kammer zum Thema „Rechtssicher handeln in der Praxis: Berufsrecht von A bis Z“ statt. Knapp 380 (nicht nur) Hamburger Kammermitglieder nutzten die Gelegenheit, sich im Rahmen der digitalen Abendveranstaltung zum Berufsrecht zu informieren. Die Veranstaltung bot Teilnehmenden die Gelegenheit, ihr Wissen im Bereich Berufsrecht zu erweitern und sich auf die rechtlichen Herausforderungen im Praxisalltag optimal vorzubereiten.

Dr. Rainer Stelling, der Justiziar der Psychotherapeutenkammer Hamburg, führte gemeinsam mit Torsten Michels, Vizepräsident und Vorsitzender der Beschwerdekommission, sowie Julia Räbiger, Referentin Recht der PTK Hamburg, die Teilnehmenden durch die wichtigsten berufsrechtlichen Regelungen. Dabei wurden zentrale Themen behandelt, die für die tägliche Arbeit in der Praxis von großer Bedeutung sind. Unter anderem wurden die rechtssichere Gestaltung von Praxisräumen, die Anforderungen an Dokumentation und Aufbewahrung sowie die Pflichten zur Aufklärung gegenüber Patient*innen behandelt. Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Absicherung der eigenen Tätigkeit im Falle von Verhinderung.

V. l. n. r.: Julia Räbiger, Referentin Recht der PTK Hamburg, Dr. Rainer Stelling, Kammerjustiziar, und Torsten Michels, Vizepräsident und Vorsitzender der Beschwerdekommission

V. l. n. r.: Julia Räbiger, Referentin Recht der PTK Hamburg, Dr. Rainer Stelling, Kammerjustiziar, und Torsten Michels, Vizepräsident und Vorsitzender der Beschwerdekommission

Trotz der großen Teilnehmendenzahl bot das digitale Format Möglichkeit zum Austausch: Über den integrierten Chat konnten die Teilnehmenden ihre Fragen direkt an die Referent*innen richten. Geschäftsführerin Karen Walter betreute den Chat und stellte sicher, dass alle Anliegen thematisch sortiert und effizient an die Expert*innen weitergeleitet wurden.

Das Webinar bot mit seinem umfassenden Überblick – ganz im Sinne des Titels „Berufsrecht von A bis Z“ – eine verständliche und kompakte Zusammenfassung der wichtigsten rechtlichen Rahmenbedingungen für die Praxis. Es war ein gelungener Abend voller wertvoller Informationen und praktischer Tipps, die den Teilnehmenden im Berufsalltag weiterhelfen werden.

Mit anschaulichen Beispielen wurden die rechtlichen Vorgaben vorgestellt.

Mit anschaulichen Beispielen wurden die rechtlichen Vorgaben vorgestellt.

Hinweis: Die FAQ zum Berufsrecht auf der Kammer-Website werden kontinuierlich erweitert und aktualisiert, um Sie stets auf dem neuesten Stand zu halten.

KM


Bericht über die 99. Delegiertenversammlung vom 21. Mai 2025

Kammerpräsidentin Heike Peper eröffnete die Sitzung vom 21. Mai 2025 mit einem Hinweis auf die Wanderausstellung zum Nationalsozialismus, die im Foyer der Kassenärztlichen Vereinigung Hamburg (KVHH) zu sehen war und von den Delegierten im Vorfeld der Versammlung besucht werden konnte. Sie stellte die Bedeutung der eindrucksvollen Aufarbeitung auch im Kontext aktueller politischer und gesellschaftlicher Entwicklungen heraus, bevor sie die Delegierten, Gäste und neuen Mitarbeiterinnen der Geschäftsstelle begrüßte.

Die Wanderausstellung „Systemerkrankung. Arzt und Patient im Nationalsozialismus“ der Kassenärztlichen Bundesvereinigung zeigte eindrucksvoll, teils durch multimedial aufbereitetes, bislang unveröffentlichtes Quellenmaterial, ausgewählte Schicksale.

Die Wanderausstellung „Systemerkrankung. Arzt und Patient im Nationalsozialismus“ der Kassenärztlichen Bundesvereinigung zeigte eindrucksvoll, teils durch multimedial aufbereitetes, bislang unveröffentlichtes Quellenmaterial, ausgewählte Schicksale.

Vorstellung der HAG

Es folgte die Vorstellung der Hamburgischen Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung e. V. (HAG), in der die PTK Hamburg im Vorstand vertreten ist. Petra Hofrichter, Geschäftsführerin der HAG, erläuterte beispielhaft an Projekten zur Förderung der seelischen Gesundheit wie dem „Elternprogramm Schatzsuche“ oder der digitalen Veranstaltungsreihe „Kurz & knapp extra: Auf einen Blick“ die Arbeit, den Auftrag und die Adressat*innen der HAG. Ziel sei unter anderem, Fachkräfte, Multiplikator*innen und Entscheidungsträger*innen für die Lebenslagen und Gesundheitsbelastungen in den verschiedenen Bevölkerungsgruppen in Hamburg zu sensibilisieren. Petra Hofrichter betonte dabei die Bedeutung der Vernetzung und Zusammenarbeit mit der Psychotherapeutenkammer, beispielsweise im Rahmen des Hamburger Gesundheitspreises oder bei gemeinsamen Veranstaltungen. Heike Peper dankte Petra Hofrichter für den Vortrag und das Engagement der HAG im Bereich der Förderung der seelischen Gesundheit.

Petra Hofrichter, Geschäftsführerin der Hamburgischen Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung e.V. (HAG)

Petra Hofrichter, Geschäftsführerin der Hamburgischen Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung e.V. (HAG)

Jahresabschluss 2024 und Entlastung des Vorstands

Karen Walter stellte den Jahresabschluss 2024 vor, der daraufhin einstimmig durch die Delegierten verabschiedet wurde. Ebenso wurde der Vorstand entlastet, nachdem Ausschussmitglied Ricarda Müller berichtete, dass die Rechnungsprüfung ordnungsgemäß durchgeführt worden sei und der Rechnungsprüfungsausschuss nichts zu beanstanden hätte.

Änderungen der Weiterbildungsordnungen

Heike Peper stellte die Änderungsbedarfe für die Weiterbildungsordnungen als Teil eines fortwährenden Prozesses der Entwicklung der psychotherapeutischen Weiterbildung vor. Aufgrund von Erkenntnissen aus der praktischen Anwendung würden sich aktuell und voraussichtlich auch zukünftig Präzisierungs- und Optimierungsbedarfe ergeben.

Vorstandsmitglied Dr. Claudia Gorba übernahm die Darstellung der notwendigen Änderungen und erläuterte die Hintergründe der Änderungsanträge für die Weiterbildungsordnung für Psychotherapeut*innen der PTK Hamburg. Die Delegierten stimmten zunächst den Änderungsanträgen des Vorstands und anschließend der geänderten Beschlussvorlage über die 1. Änderungssatzung zur Weiterbildungsordnung für Psychotherapeut*innen zu.

Analog zu den Anpassungen der Weiterbildungsordnung für Psychotherapeut*innen stellte Dr. Claudia Gorba die Änderungsbedarfe der Weiterbildungsordnung für Psychologische Psychotherapeut*innen und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut*innen der PTK vor. Auch diesen Änderungsanträgen sowie der geänderten Beschlussvorlage stimmten die Delegierten zu.

Karen Walter wies abschließend auf eine für beide Änderungssatzungen durchgeführte Prüfung auf Verhältnismäßigkeit hin, um sicherzustellen, dass mit den geplanten Änderungen der Ordnungen keine Beschränkungen beim Berufszugang oder der Berufsausübung im Vergleich zu den bisherigen Regelungen vorgenommen werden. Die Analyse ergab, dass mit den Satzungsänderungen keine Beschränkungen erfolgen.

Änderung der Gebührenordnung

Zusätzlich zu den Änderungen der beiden Weiterbildungsordnungen stand die 7. Änderungssatzung der Gebührenordnung der PTK Hamburg auf der Tagesordnung. Nachdem Karen Walter die Hintergründe für die Anpassungen dargestellt hatte, stimmten die Delegierten den Änderungen der Gebührenordnung zu.

Umsetzung der Weiterbildung

Heike Peper berichtete anschließend zum aktuellen Stand der Umsetzung der Weiterbildung und zeigte sich erfreut über den kontinuierlichen Eingang von Anträgen. Drei Weiterbildungsstätten konnten zwischenzeitlich von der Kammer zugelassen werden.

In Bezug auf die Finanzierung der Weiterbildung informierte Heike Peper die Delegierten, dass es aktuell außer der KV-Förderung für die Weiterbildung in psychotherapeutischen Praxen noch immer keine finanzielle Förderung für die Weiterbildung von Psychotherapeut*innen gebe. Es folgte eine intensive Diskussion zu den Auswirkungen auf die Weiterbildungsstätten und die angehenden Psychotherapeut*innen in Weiterbildung (PtW) sowie die psychotherapeutische Versorgung. Heike Peper bedankte sich ausdrücklich für das Einbringen der differenzierten Perspektiven. Sie gehe davon aus, dass es bezüglich der Finanzierung der Weiterbildung im Herbst wieder intensivere politische und öffentlichkeitswirksame Aktivitäten der Profession geben müsse.

Berichte

Heike Peper informierte die Delegierten zu ausgewählten Veranstaltungen und Terminen in Hamburg, die seit der letzten Delegiertenversammlung im Februar 2025 stattgefunden hatten. Sie berichtete weiterhin zu ausgewählten Terminen auf Bundesebene, beispielsweise zu den Themen Digitalisierung, Klima und Qualitätssicherung.

Nach den Berichten aus den Ausschüssen und Kommissionen gab Karen Walter einen Einblick in die aktuellen Themen aus der Geschäftsstelle wie die Vorbereitungen auf die Beitragserhebung 2026 inkl. der Veröffentlichung von FAQ zur Beitragserhebung auf der Kammer-Website.

Heike Peper schloss den Bericht des Vorstands mit einem Rückblick auf den 46. Deutschen Psychotherapeutentag (DPT) in Leipzig und stellte die auf dem DPT verabschiedeten Resolutionen vor.

Termine

Mit Ausblick auf die in 2025 noch ausstehenden und geplanten Termine endete die Sitzung. Heike Peper bedankte sich bei den Delegierten für die Diskussionen und das Engagement und wies auf die 100. DV-Sitzung am 17. September 2025 hin.

Hinweis: Die FAQ zum Kammerbeitrag wurden zwischenzeitlich auf der Kammer-Website unter dem Menüpunkt „FAQ“ veröffentlicht.

WH/KM


Kurznachrichten

Nordkammerntreffen in Hamburg

Am 21. Juni 2025 trafen sich die Vorstände und Geschäftsführer*innen der Psychotherapeutenkammern Bremen, Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Hamburg zu einer ganztägigen Tagung in Hamburg, um sich über aktuelle Kammerthemen auszutauschen und Kooperationen in verschiedenen Feldern der Kammerarbeit zu verabreden.

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Demonstration vom 28. Juni 2025

Am 28. Juni 2025 demonstrierten rund 200 Studierende, Angehörige des Berufsstandes und Unterstützende in Hamburg für eine ausreichende Finanzierung der psychotherapeutischen Weiterbildung. Bevor die Demonstrierenden vom Schulterblatt aus zum Jungfernstieg und Gerhardt-Hauptmann-Platz zogen, sprach unter anderem Kammerpräsidentin Heike Peper zu den Teilnehmenden.

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Info-Veranstaltung für Psychotherapie-Studierende

Am 14. Juli 2025 informierten Kammerpräsidentin Heike Peper und Vizepräsident Torsten Michels rund 60 Master-Studierende der Universität Hamburg über den Stand und Ablauf der Weiterbildung. Dabei konnten die Studierenden ihre Fragen zu Berufsmöglichkeiten ohne Weiterbildung und zur praktischen Gestaltung der Weiterbildung stellen. Obwohl die Referent*innen auf die weiterhin bestehenden Finanzierungsprobleme und den Mangel an Weiterbildungsstellen hinweisen mussten, wurden durch die umfassenden Informationen viele Unsicherheiten geklärt.

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KM


Ankündigungen zu Bekanntmachungen

Zum Zeitpunkt des Redaktionsschlusses befinden sich die Änderungssatzungen der folgenden Ordnungen noch im Genehmigungsprozess durch die Aufsichtsbehörde:

  • Änderung der Weiterbildungsordnung für Psychotherapeut*innen

  • Änderung der Weiterbildungsordnung für Psychologische Psychotherapeut*innen und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut*innen

  • Änderung der Gebührenordnung

Den aktuellen Stand können Sie jederzeit online unter folgendem Link nachlesen: https://ptk-hamburg.de/aktuelles/amtliche-bekanntmachungen


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