Mitteilungen der Ostdeutschen Psychotherapeutenkammer
Sommertalk der sächsischen Heilberufekammern
Wie so oft in diesem Sommer regnete es auch am 10. Juni 2025, als die sächsischen Heilberufekammern zum sommerlichen Treffen eingeladen hatten. Im romantischen Garten der Landesapothekerkammer in Dresden-Loschwitz drängten sich Abgeordnete des Landtags, Vertreter*innen von Landesregierung, Behörden und Kammern unter Sonnenschirmen zusammen, um der Nässe zu entkommen. Die ungewohnte Nähe schuf eine persönliche und freundliche Atmosphäre. Politiker*innen und Kammervertreter*innen begegneten sich in Gesprächen, hörten einander zu. Für die OPK waren neben Dr. Gregor Peikert auch Margerita Wonneberger und Dr. Jens Metge vertreten.
Trotz regnerischen Wetters Politiker*innen und Kammervertreter im guten Gespräch:
(v. l. n. r.) Göran Donner, Präsident Sächsische Landesapothekerkammer, Dr. Gregor Peikert, Präsident Ostdeutsche Psychotherapeutenkammer, Dagmar Neukirch, Staatssekretärin im Sächsischen Staatsministerium für Soziales, Gesundheit und Gesellschaftlichen Zusammenhalt, Erik Bodendieck, Präsident Sächsische Landesärztekammer und Dr. med. vet. Uwe Hörügel, Präsident der Sächsischen Landestierärztekammer. © SLÄK/FOTOGRAFISCH
Aus Sicht der OPK sehr erfreulich ist die in Sachsen über Jahre gewachsene Tradition, als Heilberufekammern gemeinsam mit der Politik zu sprechen. Der Präsident der Landesärztekammer, Erik Bodendieck, nannte es den „sächsischen Weg“. Ärzt*innen, Zahnärzt*innen, Tierärzt*innen, Apotheker*innen und Psychotherapeut*innen haben gemeinsame Anliegen. Wir wollen Freiberuflichkeit erhalten, Nachwuchs gewinnen, Bürokratie abbauen. Themen wie veränderte Ansprüche des Nachwuchses an die Berufstätigkeit, Probleme der Digitalisierung oder der Künstlichen Intelligenz betreffen die Heilberufe in ähnlicher Weise.
Zur Gewinnung von psychotherapeutischem Nachwuchs konnten wir OPK-Vertreter*innen deutlich machen, dass es auch auf Landesebene Bemühungen braucht, Weiterbildungsplätze für neu approbierte Psychotherapeut*innen zu gewinnen. Ein Thema in Sachsen ist auch die berufsqualifizierende Tätigkeit während des Psychotherapiestudiums, weil einige große Kliniken bisher ablehnen, dazu mit den Universitäten zu kooperieren. Unsere Gesprächspartner*innen zeigten Verständnis und die Bereitschaft, gemeinsam an Lösungen zu arbeiten.
Psychotherapeutische Versorgung Betroffener im Kontext strafrechtlicher Verfahren: Gespräch mit Justizministerin Franziska Weidinger in Sachsen-Anhalt
Am 25. Juni 2025 fand auf Einladung von Ministerin Franziska Weidinger ein sehr konstruktives Gespräch mit der OPK im Ministerium für Justiz und Verbraucherschutz in Magdeburg statt. Neben der Vizepräsidentin, Dr. Sabine Ahrens-Eipper und der stellvertretenden Geschäftsführerin, Dr. Andrea Walter, nahm auch die Opferbeauftragte des Landes Sachsen-Anhalt, Frau Dr. Gabriele Theren, teil.
Im Mittelpunkt des Austauschs stand die psychotherapeutische Versorgung von Betroffenen im Kontext strafrechtlicher Verfahren. Es wurde deutlich, dass sich die Ministerin und die OPK darin einig sind, dass eine psychotherapeutische Behandlung auch während laufender oder bevorstehender Strafprozesse möglich sein muss und dass dahingehenden Fehlinformationen entschieden entgegengewirkt werden muss. Wir kamen überein, das Thema in gemeinsamen Informations- und Fortbildungsveranstaltungen zu adressieren und so insbesondere Gerichte, aber auch Polizei und Anwaltschaft über Möglichkeiten und das psychotherapeutische Vorgehen zu informieren und damit hartnäckigen Vorurteilen entgegenzutreten.
Einigkeit darüber, dass psychotherapeutische Behandlung auch während laufender oder bevorstehender Strafprozesse möglich sein muss. Im Gespräch: (v. l. n. r.) Dr. Gabriele Theren, Opferbeauftragte des Landes Sachsen-Anhalt, Franziska Weidinger, Justizministerin, Dr. Sabine Ahrens-Eipper, Vizepräsidentin der OPK, Dr. Andrea Walter, stellvertretende Geschäftsführerin der OPK. Foto: Justizministerium Sachsen-Anhalt
Auch das Thema Gutachten durch Psychotherapeut*innen wurde diskutiert. Es wurde deutlich, wie wichtig es ist, dass Gerichte die psychotherapeutische Fachkompetenz in diesem Bereich erkennen und stärker nutzen. Aber auch in der Mitgliedschaft der OPK muss die Möglichkeit der Gutachtenerstellung als attraktives Arbeitsfeld stärker verbreitet werden. Die OPK ist derzeit dazu in Diskussion, ihre curriculare Fortbildung als Bereichsweiterbildung fortzuentwickeln.
Erörtert wurde außerdem die psychosoziale Notfallversorgung im Zusammenhang mit dem Anschlag in Magdeburg. Die Ministerin zeigte großes Interesse an der Einschätzung der OPK zur Zusammenarbeit – diese wurde von allen Beteiligten als sehr gelungen bewertet. Weitere Gespräche mit der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen-Anhalt dazu wurden vereinbart.
Wir bedanken uns für das sehr offene und wertschätzende Gespräch. Die OPK wird die begonnenen Gespräche aktiv weiterführen und sich auch künftig dafür einsetzen, die Rolle der Psychotherapie in juristischen Kontexten zu stärken. Dazu planen wir vergleichbare Gespräche auch mit den anderen vier Justizministerien unserer Länder.
Wechsel in der Hausleitung des Thüringer Ministeriums für Soziales, Gesundheit, Arbeit und Familie – erstes Kennlerngespräch am 31. Juli 2025
Nach der Landtagswahl in Thüringen wurde die Leitung des Thüringer Ministeriums für Soziales, Gesundheit, Arbeit und Familie neu besetzt. Katharina Schenk übernahm das Amt der Ministerin, unterstützt von Tina Rudolph als Staatssekretärin mit Zuständigkeit für den Bereich Gesundheit.
Am 31. Juli 2025 fand ein erstes Gespräch zwischen der neuen Hausspitze und den Verantwortlichen für die Bereiche akademische Heilberufe und Psychiatrie statt. An dem Austausch nahmen neben der Ministerin und der Staatssekretärin auch die jeweiligen Referatsleitungen sowie mehrere Referent*innen teil.
Dr. Gregor Peikert und Dr. Sabine Ahrens-Eipper konnten in diesem Rahmen eine Reihe wichtiger Themen ansprechen. Im Mittelpunkt des Gesprächs standen insbesondere die Umsetzung der Weiterbildung sowie die neuen Strukturen der psychosozialen Notfallversorgung in Thüringen.
Zu beiden Themen, aber auch zu anstehenden Novellierungsprozessen wie dem Landeskrankenhausgesetz und dem PsychKG Thüringen, wird es in den nächsten Monaten weiteren Austausch geben.
Im Mittelpunkt des Gesprächs standen die Umsetzung der Weiterbildung sowie die neuen Strukturen der psychosozialen Notfallversorgung in Thüringen. V. l. n. r.: Dr. Sabine Ahrens-Eipper, Vizepräsidentin der OPK, Tina Rudolph, Staatssekretärin mit Zuständigkeit für den Bereich Gesundheit, Dr. Gregor Peikert, Präsident der OPK. Foto: OPK
Großes Interesse an Online-Infoveranstaltung für Studierende in den OPK-Ländern
Dem OPK-Vorstand ist es ein wichtiges Anliegen, mit unseren künftigen Mitgliedern in den Austausch zu treten und über aktuelle Themen zu informieren. Deshalb luden wir auch in diesem Jahr die Studierenden der Psychologie/Psychotherapie in den OPK-Ländern zu einer Online-Informationsveranstaltung ein. Über 80 Teilnehmende kamen am 26. Juni 2025 mit den Vorständen Dr. Gregor Peikert, Dr. Sabine Ahrens-Eipper und Dr. Dietmar Schröder, die auch durch das abwechslungsreiche Programm führten, ins Gespräch.
Im Mittelpunkt stand die weiterhin unsichere Lage rund um die fachpsychotherapeutische Weiterbildung. Zahlreiche Fragen der Studierenden machten deutlich, wie groß der Informationsbedarf ist und wie wichtig es bleibt, sich gemeinsam für ihre ausreichende Finanzierung einzusetzen. Die OPK-Vorstände nahmen sich Zeit, um auf Fragen und Anliegen einzugehen, und kündigten an, einen eigenen Informationsbereich auf der Website der Kammer einzurichten. Dort sollen relevante Inhalte gebündelt zur Verfügung gestellt werden.
Neben dem Thema Weiterbildung informierte die Veranstaltung über Aufgaben, Struktur und Arbeitsweise der Kammer. Auch Themen wie Rechte und Pflichten der Mitgliedschaft, Fragen rund um die Fortbildungsverpflichtung und berufsrechtliche Rahmenbedingungen wurden vorgestellt – und stießen auf großes Interesse.
Wir werten das Veranstaltungsformat als vollen Erfolg und planen eine Neuauflage im kommenden Jahr.
„Verantwortungsvoll leiten – Führungskompetenzen von Psychotherapeuten und Psychotherapeutinnen“: Spannende Vorträge, Vernetzung und Austausch bei unserer Veranstaltungsreihe
Am 4. Juni 2025 lud die OPK wieder nach Leipzig zum Treffen leitender Angestellter unter dem Titel „Verantwortungsvoll leiten – Führungskompetenzen von Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten“ ein. Die Veranstaltung stieß auf große Resonanz.
Ein Blick in die Veranstaltung / Foto: OPK
Zu Beginn begrüßte der Präsident mit einer klaren Botschaft: Die Rolle der Psychotherapie in Krankenhäusern wird immer bedeutender. Gleichzeitig bestehen weiterhin große Herausforderungen bei ihrer strukturellen Verankerung in der stationären Versorgung. Um diese Entwicklungen aktiv zu gestalten, bietet die OPK seit vielen Jahren Veranstaltungen für (zukünftige) leitende Angestellte an.
Der erste Vortrag des Nachmittags kam von Dr. Regina Pingel, einer erfahrenen Coachin mit Schwerpunkt Führungskräfteentwicklung und Konfliktmanagement. In ihrem Beitrag zeigte sie auf, wie wichtig es ist, eigene Führungskompetenzen zu erkennen, weiterzuentwickeln und bewusst einzusetzen – auch im Spannungsfeld zur Rolle als Heilbehandelnde.
Im zweiten Vortrag widmete sich Dr. Tina Wessels von der BPtK den ökonomischen Rahmenbedingungen psychotherapeutischer Arbeit im Krankenhaus. Sie stellte anschaulich dar, wie Krankenhausfinanzierung und Personalbemessung funktionieren – und welche berufspolitischen Strategien zur Stärkung der Psychotherapie und der Rolle unserer Mitglieder wir gemeinsam verfolgen. Die Teilnehmenden diskutierten außerdem lebhaft eine eigene Auswertung der BPtK von Qualitätsberichten der Häuser und glichen die Ergebnisse mit ihren Erfahrungen in Ostdeutschland ab. Im Anschluss an die Vorträge hatten sie die Möglichkeit, in Workshops zentrale Fragestellungen mit den Referentinnen zu vertiefen.
Die Veranstaltung bot eine gelungene Mischung aus fachlichem Input, persönlicher Reflexion und praktischer Orientierung. Sie zeigte eindrucksvoll, wie wichtig Formate sind, die den Dialog unter Kolleg*innen stärken.
Unser herzlicher Dank gilt den Referentinnen Dr. Pingel und Dr. Wessels und allen engagierten Teilnehmenden. Wir freuen uns auf die Fortsetzung der Veranstaltungsreihe.
Nächste Baumpflanzaktion im Harz am 24. und 25. Oktober 2025 – Werden Sie Teil eines großen Bündnisses für die Harzregion!
Lassen Sie uns im Harz wieder Bäume pflanzen! Ziel ist es, aktiv zum Umweltschutz beizutragen und das Bewusstsein für den Klimawandel zu stärken.
Die Baumpflanzaktion geht in diesem Jahr bereits in die vierte Runde und wurde von der Ärztekammer Sachsen-Anhalt ins Leben gerufen. Zum zweiten Mal werden nun am 24. und 25. Oktober 2025 auch Psychotherapeut*innen dabei sein. „Die Idee ist klasse, dass sich alle Heilberufekammern in Sachsen-Anhalt zusammentun und ihre Mitglieder aufrufen, sich an der Aufforstung des Harzes zu beteiligen“, ist OPK-Präsident Dr. Gregor Peikert begeistert. „Wir werden unter unseren Mitgliedern rege dafür werben, informieren und auch der Vorstand der OPK wird natürlich im Stadtforst Wernigerode im Oktober mit anpacken“, so Peikert weiter.
Aus dieser Idee ist mittlerweile Größeres entstanden: Eine Sonderstempelstelle „Heilberufe für den Harz“ der Harzer Wandernadel ist an der Pflanzfläche im Wernigeröder Forst eingerichtet worden. Genau dort, wo vor einem Jahr Psychotherapeut*innen mit anderen Heilberufler*innen Sachsen-Anhalts aufgeforstet haben. Einige Wanderungen – die kürzeste Tour umfasst gut zehn, die längste 15 Kilometer – führen nun an dieser Stelle vorbei. Eine gute Möglichkeit, den Harz Stück für Stück besser kennenzulernen und eine gute Aktion publik zu machen.
Hier alle Informationen, wenn Sie mitmachen möchten: Eingeladen sind alle interessierten Psychotherapeut*innen, Familienangehörige oder Freunde, die die Pflanzaktion tatkräftig unterstützen möchten.
Anmeldung: Möchten Sie mit Ihren Kolleg*innen, Familienangehörigen oder Freunden die Pflanzaktion tatkräftig unterstützen, bitten wir um Anmeldung per E-Mail mit Angaben zur Anzahl der teilnehmenden Personen, Datum und Zeit der Teilnahme bis Montag, 20. Oktober 2025, 15 Uhr, an harzwald@aeksa.de.
Termine der Aktion:
Fr., 24.10.2025 – 12 Uhr bis 16 Uhr; Sa., 25.10.2025 – 10 Uhr bis 14 Uhr
Wo wird gepflanzt:
Stadtforst Wernigerode; den Lageplan der Pflanzfläche inklusive Anfahrtsskizze und Parkmöglichkeiten erhalten Sie nach Ihrer Anmeldung per E-Mail.
Hinweis: Wir bitten Sie, Handschuhe, festes Schuhwerk und wetterangepasste Kleidung zu tragen! Und bringen Sie – falls vorhanden – gern Ihre persönliche Spitzhacke oder Ihren Spaten mit. Für einen Imbiss vor Ort ist gesorgt. Die Aktion wird medial begleitet; es werden Bild- und Tonaufnahmen gefertigt.
Was wird gepflanzt:
Baumsetzlinge (z. B. Douglasien, Hainbuchen, Roterle); die Mitarbeiter*innen des Stadtforstes Wernigerode wählen die Bäume im Vorfeld sorgfältig aus, um die ökologische Vielfalt zu fördern. Sie stellen ebenfalls sicher, dass die Bäume an den richtigen Standorten gepflanzt werden und langfristig gedeihen können.
Bitte unterstützen Sie die Wiederaufforstung des Harzes auch mit Ihrer Spende!
Spendenkonto der Stadt Wernigerode – Stadtforst
IBAN: DE21 8105 2000 0100 0008 86
BIC: NOLADE21HRZ
Verwendungszweck: Heilberufe Harzwald 2025
Spendenquittungen werden ab 300,– € ausgestellt. Dafür bitte zusätzlich Name, Vorname und Adresse im Verwendungszweck angeben. Bei Geldspenden unter 300,– € wird keine Spendenbescheinigung ausgestellt, da für den vereinfachten Nachweis der Zahlung beim Finanzamt ein Beleg der Transaktion (bspw. Kontoauszug) genügt. Sämtliche Gelder fließen 1:1 in das Umweltprojekt.