Mitteilungen der Psychotherapeutenkammer des Saarlandes

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Dr. Magnus Jung setzt sich in der Gesundheitsministerkonferenz für die Finanzierung der Weiterbildung ein

Wir freuen uns sehr, dass sich Dr. Magnus Jung, Minister für Arbeit, Soziales, Frauen und Gesundheit im Saarland, mit seinem Antrag zur Finanzierung der neuen psychotherapeutischen Weiterbildung für den psychotherapeutischen Nachwuchs und damit die Sicherung der psychotherapeutischen Versorgung einsetzt. Dr. Jung hat in der Gesundheitsministerkonferenz (GMK) im Juni einen entsprechenden Antrag eingebracht. Der Beschluss der GMK lautet: „Die Ministerinnen und Minister, Senatorinnen und Senatoren für Gesundheit der Länder fordern den Bund auf, zeitnah die notwendigen Regelungen zur ausreichenden Finanzierung der neuen Weiterbildung der Psychotherapeuten zu treffen. Dabei ist es erforderlich klarzustellen, dass auch die Kosten der Supervision, der Theorievermittlung und der Selbsterfahrung zu berücksichtigen sind.“ (Quelle: gmkonline)

Dieser saarländischen Initiative ist zu verdanken, dass ein bundesweiter Beschluss gefasst wurde. Dafür danken wir ihm ausdrücklich.


Bericht zur Umsetzbarkeit der neuen Weiterbildungsordnung

Als Ergebnis eines intensiven Austauschs des Weiterbildungsausschusses der PKS mit zahlreichen saarländischen Institutionen und Trägern, die im Mai 2025 zu einem gemeinsamen Treffen zusammengekommen sind, entstand ein Bericht mit Impulsen für die Weiterentwicklung der Weiterbildung: Der Weiterbildungsausschuss fasst darin unterschiedliche Perspektiven zur zukünftigen Weiterbildung zur*zum Fachpsychotherapeut*in zusammen. Der Bericht wurde am 3. Juli 2025 als Offener Brief an den saarländischen Gesundheitsminister Dr. Magnus Jung übermittelt.


Beitrag im „Aktuellen Bericht“ des SR zur Finanzierung der psychotherapeutischen Weiterbildung

Aktuell gibt es im Saarland keine zugelassenen Weiterbildungsstätten für Fachpsychotherapeut*innen. Ursache ist die bundesweit noch immer ungeklärte Frage der Finanzierung der psychotherapeutischen Weiterbildung, die eine Planung und Einrichtung entsprechender Einrichtungen verhindert. Zwei Masterstudentinnen der Universität des Saarlandes im Studiengang Klinische Psychologie und Psychotherapie äußern sich kritisch und besorgt, da sie nach dem baldigen Studienabschluss und der Approbation ohne eine solche Weiterbildung keine klare berufliche Perspektive sehen. Prof. Dr. Monika Equit, VV-Mitglied und stellvertretende Vorsitzende des Weiterbildungsausschusses der Psychotherapeutenkammer des Saarlandes (PKS), warnt im Interview, dass ohne eine langfristig gesicherte Finanzierung die psychotherapeutische Verfahrensvielfalt gefährdet sei. Dies könne langfristig dazu führen, dass bestimmte therapeutische Ansätze im Saarland kaum noch angeboten werden. Kammerpräsidentin Stefanie Maurer betont zudem, dass eine finanziell nicht abgesicherte Weiterbildung die ohnehin bereits angespannte psychotherapeutische Versorgung im Land weiter verschärfen und deren Zukunftsfähigkeit infrage stellen könnte.

Unter www.ardmediathek.de/video/aktueller-bericht/aktueller-bericht-09–07-2025/sr/Y3JpZDovL3NyLW9ubGluZS5kZS9BQl8xNTU1Mzg geht es zum Beitrag im „Aktuellen Bericht“ vom 9. Juli 2025 (ab Minute 10:48).


Neues Dialogformat zwischen Mitgliedern und PKS-Kammervorstand

Ab Dezember 2025 plant der PKS-Kammervorstand ein neues Dialogformat, das einen noch direkteren Austausch mit den saarländischen Mitgliedern ermöglichen soll. Im Mittelpunkt stehen dabei Fragen, Anliegen und Anregungen, die von den Mitgliedern der Psychotherapeutenkammer des Saarlandes eingebracht und für den persönlichen Austausch angemeldet werden können. Mit diesem Format möchten wir eine offenere und lebendigere Kommunikationskultur in und mit der saarländischen Kammer etablieren.

Vorstand der PKS (v. l.): Gundula Steinke, Christina Roeder, Stefanie Maurer, Dr. Sandra Dörrenbächer, Silke Wendels

Vorstand der PKS (v. l.): Gundula Steinke, Christina Roeder, Stefanie Maurer, Dr. Sandra Dörrenbächer, Silke Wendels


Dialog mit den regionalen Krankenkassen zur ambulanten Versorgung

Aktuell bemüht sich die PKS um strukturierte Dialoge mit den regionalen Krankenkassen, um gemeinsam zentrale gesundheitspolitische Themen zu besprechen. Dabei stehen unter anderem die psychotherapeutische Versorgungslage sowie die finanzielle Situation des psychotherapeutischen Nachwuchses in der Weiterbildung im Fokus. Ziel ist es auch, gemeinsam tragfähige Modellkonzepte zu entwickeln. Nach bereits erfolgten Gesprächen mit Vertreter*innen der IKK Südwest und der Techniker Krankenkasse im vergangenen Jahr konnten wir kürzlich auch Vertreterinnen der AOK Rheinland-Pfalz/Saarland zu einem Austausch begrüßen.

Wir freuen uns über das Interesse und die Möglichkeit, gemeinsam relevante Themen der psychotherapeutischen Versorgung zu besprechen.

Treffen der PKS mit der AOK Rheinland-Pfalz/Saarland (v. l.): PKS-Kammerpräsidentin Stefanie Maurer; Vorstandsvorsitzende der AOK Rheinland-Pfalz/Saarland Dr. Martina Niemeyer; GBL Ambulante Versorgung der AOK Rheinland-Pfalz/Saarland Jutta Bartmann; PKS-Vizepräsidentin Dr. Sandra Dörrenbächer

Treffen der PKS mit der AOK Rheinland-Pfalz/Saarland (v. l.): PKS-Kammerpräsidentin Stefanie Maurer; Vorstandsvorsitzende der AOK Rheinland-Pfalz/Saarland Dr. Martina Niemeyer; GBL Ambulante Versorgung der AOK Rheinland-Pfalz/Saarland Jutta Bartmann; PKS-Vizepräsidentin Dr. Sandra Dörrenbächer


Interviewbeiträge der Kammerpräsidentin in der Saarbrücker Zeitung zur wachsenden psychotherapeutischen Versorgungsnot im Saarland

Die Präsidentin der Kammer, Stefanie Maurer, äußert sich in zwei Interviews der Saarbrücker Zeitung (SZ) zur wachsenden psychotherapeutischen Versorgungsnot im Saarland: Laut DAK-Bericht haben saarländische Beschäftigte im Schnitt deutlich mehr Krankheitstage aufgrund psychischer Probleme als im Bundesdurchschnitt. Im Saarland würden neben den globalen Belastungen durch Krisen, wie Corona, Ukrainekrieg und Klimawandel, auch regionale Faktoren wie der Arbeitsplatzabbau in der saarländischen Automobilindustrie zu einem deutlichen Anstieg psychischer Erkrankungen führen. Besonders betroffen seien langjährige Beschäftigte, aber auch Führungskräfte, die mit Entlassungen und Umstrukturierungen konfrontiert seien. Stefanie Maurer nennt neben den Umwälzungen in der Automobilindustrie auch die hohe Arbeitsbelastung in der öffentlichen Verwaltung. Häufig würden sich die Probleme in Ängsten, Depression, Überforderung der Menschen äußern. Betroffen seien hierbei alle Altersgruppen, zunehmend auch junge Menschen. Die Kammerpräsidentin betont, dass die Menschen zunehmend psychotherapeutischer Unterstützung bedürfen. Um dieser wachsenden Nachfrage zu begegnen, sensibilisiert Stefanie Maurer für eine Aktualisierung der Bedarfsplanung in der psychotherapeutischen Versorgung.

Einsicht in die SZ-Interviews erhalten Sie über folgende Verlinkung: https://ptk-saar.de/2025/08/08/artikel-in-der-saarbruecker-zeitung-vom-01–08-2025/

Stefanie Maurer, Kammerpräsidentin der PKS

Stefanie Maurer, Kammerpräsidentin der PKS


Interviewbeitrag der Vorsitzenden des KJP-Ausschusses zur wachsenden psychischen Not von Kindern und Jugendlichen im Saarland

Auch und besonders im Kindes- und Jugendalter bildet sich die psychotherapeutische Versorgungsnot im Saarland spürbar ab. Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin (KJP) Dipl.-Soz.päd. Susanne Drewes, Vorsitzende im Ausschuss KJP der PKS, wurde von Anne Staut im Interview bei SR info interviewt und berichtet zur erhöhten Nachfrage nach Therapieplätzen für Kinder und Jugendliche. „Immer mehr Kinder und Jugendliche im Saarland sind auf der Suche nach einem Psychotherapie-Platz. Doch die Kapazitäten bei den Therapeuten sind häufig ausgeschöpft, die Wartezeit beträgt bis zu sechs Monate. Abhilfe könnte eine neue Bedarfsplanung schaffen, die die Bundesregierung in ihrem Koalitionsvertrag vorgesehen hat.“ (Quelle: SR info).

Dipl.-Soz.päd. Susanne Drewes, Vorsitzende des KJP-Ausschusses der PKS

Dipl.-Soz.päd. Susanne Drewes, Vorsitzende des KJP-Ausschusses der PKS

Im Saarland steige die Nachfrage nach Psychotherapie-Plätzen für Kinder und Jugendliche seit Jahren deutlich an, während die Kapazitäten der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut*innen oft erschöpft seien. Laut Susanne Drewes seien die Gründe vielfältig: Die Hemmschwelle, Hilfe zu suchen, sei gesunken, psychische Belastungen seien aber zugleich gestiegen. Corona habe wie ein „Brandbeschleuniger“ gewirkt, da Isolation und fehlende Kontakte Probleme wie Essstörungen, Selbstverletzungen oder Ängste verschärft hätten. Hinzu käme die große Unsicherheit durch globale Krisen wie Krieg und Klimawandel sowie Druck aus sozialen Medien, die oft unrealistische Körper- und Lebensbilder vermitteln.


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