Editorial

Liebe Kolleg*innen,

woran denken Sie zurück, wenn Sie das Jahr 2025 Revue passieren lassen? An persönliche Ereignisse, an politische und gesellschaftliche Veränderungen, an das, was Sie im beruflichen Kontext erlebt haben? Für viele war es sicherlich wieder ein herausforderndes Jahr, und es lohnt sich, zunächst einmal auf das Erreichte und den Stolz darüber zu fokussieren – so, wie wir auch in der Arbeit mit Hilfesuchenden immer wieder ressourcenorientiert vorgehen sollten. Nur dann kann es gelingen, aus einer zunehmenden Verunsicherung und Hilflosigkeit heraus Zuversicht, Selbstwirksamkeit und Handlungsorientierung zu entwickeln.

Wir im Redaktionsbeirat blicken auf ein Jahr mit vielen spannenden Manuskripten zurück, die wir alle mit großem Interesse gelesen und in unserer Runde diskutiert haben. Unser Ziel ist dabei immer, fundierte, gut lesbare Beiträge zu veröffentlichen, die einerseits eine gute Fortbildungsmöglichkeit bieten, andererseits aber auch Kontroversen aufgreifen.

Wir wollen auf diese Weise dazu beitragen, die psychotherapeutische Landschaft möglichst breit abzubilden und unterschiedliche Standpunkte zu Wort kommen zu lassen. Wir achten aber auch darauf, uns an wissenschaftlichen Standards zu orientieren.

Dass die letztendlich publizierten Beiträge auf Anerkennung, aber auch auf Kritik und Widerspruch stoßen, können wir anhand der eingehenden Leserbriefe und sonstigen Rückmeldungen erkennen. Wir freuen uns sehr darüber, ein Feedback der Leserschaft zu erhalten, wobei es uns ein großes Anliegen ist, insbesondere unseren Autor*innen gegenüber Respekt und Fairness walten zu lassen, sodass diesen immer ein Recht auf Stellungnahme eingeräumt wird.

In unseren publikationsethischen Richtlinien verpflichten wir uns zu einem verantwortungsvollen und transparenten Vorgehen. Unser Ziel ist es, eine offene, pluralistische und respektvolle Diskussionskultur zu fördern. Wir hoffen, dass wir Ihnen dies auch mit dem vorliegenden Heft vermitteln können und dass die Auswahl der Beiträge auf Ihr neugieriges Interesse stößt. In diesem Zusammenhang weisen wir gerne darauf hin, dass Sie die Artikel nicht nur in der Printausgabe, sondern auch auf unserer 2025 neu gestalteten Website (www.psychotherapeutenjournal.de) finden.

Es sind wieder Beiträge aus sehr unterschiedlichen Bereichen, was die Vielfalt unseres Berufsstandes verdeutlicht:

Karl Haller et al. erweitern die Psychoonkologie um das strukturbezogene Denken und eröffnen so neue diagnostische und therapeutische Wege in der Arbeit mit onkologischen Patient*innen.

Charlotte Küpper et al. beschäftigen sich mit den Herausforderungen der Diagnostik von Autismus-Spektrum-Störungen bei Erwachsenen ohne Intelligenzminderung. Sie benennen nicht nur die Schwierigkeiten, sondern geben auch zahlreiche praktische Hinweise zum Vorgehen.

Barbara Abdallah-Steinkopff setzt sich mit einer sozialpsychologischen Thematik auseinander und fordert einen (selbst-)kritischen Umgang mit Rassismuserfahrungen innerhalb der Psychotherapie ein.

Ulrike Worringen macht uns mit einem Arbeitsfeld vertraut, in dem zwar viele Kolleg*innen arbeiten, das aber dennoch in der Außendarstellung eher vernachlässigt wird: die psychotherapeutische Versorgung in der medizinischen Rehabilitation. Im Beitrag werden Entwicklungsmöglichkeiten durch die neue Weiterbildungsordnung aufgezeigt.

Doris Erbe et al. beleuchten ein in Forschung und Praxis bislang wenig bearbeitetes Thema: Familienplanung und Elternschaft von psychisch erkrankten Menschen. Sie fordern, Themen wie Sexualität und Kinderwunsch auch in das therapeutische Arbeiten einzubinden, und geben praktische Handlungsempfehlungen.

Wir hoffen, dass das Lesen und Sich-Auseinandersetzen mit diesen Thematiken für Sie anregend und gewinnbringend ist und Sie vieles davon auch in Ihrer täglichen Arbeit anwenden können.

Abschließend wünschen wir Ihnen nun einen zuversichtlichen Blick auf das neue Jahr – lassen Sie es uns entspannt, neugierig und voller Tatendrang angehen.

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Andrea Dinger-Broda (Rheinland-Pfalz)
Mitglied des Redaktionsbeirates

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Andrea Dinger-Broda
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(Rheinland-Pfalz)

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