Mitteilungen der Landespsychotherapeutenkammer Baden-Württemberg
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
der Landespsychotherapeutentag anlässlich des 25-jährigen Bestehens der Kammer widmete sich dem Thema Herausforderungen für die Zukunft der Psychotherapie. In der Podiumsdiskussion am Nachmittag wurde eine enorme Herausforderung für unseren Beruf angesprochen: Wie wird die weitere Entwicklung künstlicher Intelligenz (KI) mit sprachlich versierten Geräten (Chatbots) die Zukunft verändern? Anhand kleiner Videosequenzen wurde verdeutlicht, dass schon jetzt Menschen mit psychischen Belastungen Hilfe durch Gespräche mit KI suchen und diese Gespräche teilweise euphorisch als sehr hilfreich erleben. Sie berichten, wie die KI ihnen mit gezielten Fragen, aber auch mit konkreten Hilfsangeboten weitergeholfen habe.
Lachen und Raunen im Publikum waren unter anderem sicher auch Ausdruck eines Erschreckens, dass hier ein Gerät ähnlich hilfreich erlebt wurde wie ein Mensch, ja, wie ein*e Psychotherapeut*in. Betont wird von Betroffenen auch, dass die KI rasch und auch immer zur Verfügung stehe. Das können wir nicht anbieten, wobei der Umgang mit damit verbundener Enttäuschung natürlich auch wichtiger Inhalt der Psychotherapie sein kann, manchmal sein muss.
Auf uns kommt die Herausforderung zu, zu klären, wie KI und andere digitale Entwicklungen uns therapeutisch unterstützen und wann und wie diese in Behandlungen integriert werden können. Die rasante technologische Entwicklung und die Tatsache, dass diese Entwicklung schnell, sehr breit, jedoch auch unkontrolliert und ohne vorherige Überprüfung der Wirksamkeit oder auch der damit verbundenen Gefahren zur Verfügung steht, kann dabei dazu führen, dass die Nutzungsrealität uns immer voraus ist und wir nicht mitgestalten.
Wir wünschen Ihnen erholsame Weihnachtstage und einen guten Start ins neue Jahr
Ihr Kammervorstand
Dietrich Munz, Martin Klett, Dorothea Groschwitz, Petra Neumann und Erik Nordmann
Herausforderungen für die Zukunft der psychotherapeutischen Versorgung: Der Jubiläums-Landespsychotherapeutentag 2025
Am 8. November 2025 würdigte die Landespsychotherapeutenkammer Baden-Württemberg (LPK BW) im GENO-Haus Stuttgart ihr 25-jähriges Bestehen mit einer Jubiläums-Fachtagung unter dem Titel „Herausforderungen für die Zukunft der psychotherapeutischen Versorgung“.
Über 120 Gäste aus Politik, Wissenschaft, Praxis und angrenzenden Fachbereichen des Gesundheitswesens nahmen teil, um gemeinsam auf die Entwicklung der Kammer zurückzublicken und Perspektiven für die Zukunft zu diskutieren.
Eine Informations-Fotogalerie neben der Bühne bot den Besucher*innen Einblicke in die wichtigsten Stationen der Kammergeschichte – von der Gründung bis zu aktuellen berufspolitischen Meilensteinen.
Eröffnung und Grußworte
Die Veranstaltung wurde von Dr. Dietrich Munz, Präsident der LPK BW, eröffnet, der sich in seinem Grußwort an die Teilnehmer*innen und Gäste des jubiläumsbezogenen Landespsychotherapeutentages wandte.
Grußwort des Kammerpräsidenten Dr. Dietrich Munz
Im Anschluss wurde ein Videogrußwort von Manfred Lucha, Minister für Soziales, Gesundheit und Integration Baden-Württemberg, eingespielt. Minister Lucha würdigte das langjährige Engagement der Kammer für eine qualitativ hochwertige und flächendeckende psychotherapeutische Versorgung sowie ihren Beitrag zur Weiterentwicklung der Gesundheitsstrukturen im Land.
Impulse am Vormittag
Die Vortragsreihe eröffnete der Kammerpräsident Dr. Dietrich Munz mit seinem Beitrag „25 Jahre Landespsychotherapeutenkammer“. In seinem Vortrag ging Dr. Munz nicht nur auf die entscheidenden Wendepunkte der Gründung und Etablierung der Kammer ein, sondern widmete sich auch den aktuellen Aufgaben der LPK BW sowie den aktuell drängenden gesellschaftlichen Herausforderungen.
Dr. Andrea Benecke, Präsidentin der Bundespsychotherapeutenkammer, sprach über „Herausforderungen für die Zukunft einer guten Psychotherapie“ und betonte die Notwendigkeit tragfähiger Rahmenbedingungen für eine qualitativ hochwertige Versorgung.
Dr. Andrea Benecke, Präsidentin der BPtK
Karin Maag, unparteiisches Mitglied im Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA), stellte die aktuelle Perspektive auf die Versorgung von Menschen mit psychischen Erkrankungen vor und erläuterte die gesetzlichen Vorgaben des G-BA. Sie berichtete dann über die Überlegungen des G-BA zu Reformprozessen bezüglich der Qualitätssicherung in der Psychotherapie und zur Verbesserung der psychotherapeutischen Versorgung.
Karin Maag, unparteiisches Mitglied im Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA)
Am Nachmittag erwartete die Teilnehmenden und Gäste eine lebendige und vielseitige Podiumsdiskussion mit zahlreichen spannenden Impulsen aus Wissenschaft, Praxis und Politik.
Podiumsdiskussion: Psychotherapie 2050 – Notwendige Realitäten und Science Fiction
Unter der Moderation von Heidrun Lieb widmete sich die Diskussionsrunde dem Thema „Psychotherapie 2050 – Notwendige Realitäten und Science Fiction“.
Auf dem Podium waren vertreten: Dr. Dietrich Munz, Dr. Dieter Grupp (Zentrum für Psychiatrie Südwürttemberg), Michaela Willhauck-Fojkar (Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin (stellvertretendes Mitglied im Beratenden Fachausschuss Psychotherapie der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg und der Kassenärztlichen Bundesvereinigung), Prof. Dr. Harald Baumeister (Universität Ulm) sowie Celine Dalbavie (PiA, Psychologists for Future).
Teilnehmer*innen der Podiumsdiskussion (v. l.): Prof. Dr. Harald Baumeister, Dr. Dieter Grupp, Michaela Willhauck-Fojkar, Heidrun Lieb, Celine Dalbavie und Dr. Dietrich Munz
Dr. Dieter Grupp gab einen Einblick in strukturelle Herausforderungen und zukünftige Anforderungen der stationären Versorgung.
Michaela Willhauck-Fojkar, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin, beleuchtete die diskutierten Fragestellungen aus der Perspektive der KJP-Versorgung und wies auf die spezifischen Herausforderungen im Bereich der jungen Patient*innen hin.
Prof. Dr. Harald Baumeister stellte aus Sicht neuer Technologien – mit Schwerpunkt auf künstlicher Intelligenz – ethische, professionelle und praktische Aspekte ihres möglichen Einsatzes in der Psychotherapie vor.
Celine Dalbavie brachte die Stimme der jungen Generation ein und lenkte den Fokus auf die psychischen Folgen des Klimawandels sowie auf die Verantwortung des Berufsstandes gegenüber dieser globalen Herausforderung.
Das Publikum wurde aktiv in die Diskussion einbezogen, wodurch ein lebendiger Austausch entstand. Ergänzend wurde ein Kurzvideo mit Statements von Psychotherapie-Influencer*innen gezeigt, das die Rolle sozialer Medien und digitaler Öffentlichkeitsarbeit in der Zukunft des Berufsstandes beleuchtete und eine anregende Debatte auslöste.
Podiumsdiskussion: Psychotherapie 2050
Zusammenfassung
Die Jubiläums-Fachtagung verdeutlichte eindrucksvoll die Entwicklung der Landespsychotherapeutenkammer Baden-Württemberg zu einer starken Stimme der Profession in den vergangenen 25 Jahren.
Zugleich zeigte sie, dass die kommenden Jahre neue Aufgaben mit sich bringen: die Förderung des psychotherapeutischen Nachwuchses, der Umgang mit digitalen Innovationen und die Bewältigung gesellschaftlicher Herausforderungen rund um die psychische Gesundheit.
Mit einer lebendigen, zukunftsorientierten Diskussion und großem Engagement der Teilnehmenden endete die Veranstaltung in zuversichtlicher und inspirierender Atmosphäre.
Vertreterversammlung der Landespsychotherapeutenkammer Baden-Württemberg am 17./18. Oktober 2025
Am ersten Tag der Vertreterversammlung (VV) berichtete der Präsident, Dr. Dietrich Munz, über die Aktivitäten der Kammer seit der letzten VV. Anschließend erfolgte die Aussprache mit den Mitgliedern der Vertreterversammlung zum Bericht. Insbesondere der Stand der Umsetzung der neuen Weiterbildung nahm dabei großen Raum ein.
Anschließend referierte Dipl.-Psych. Mathias Heinicke zur flächendeckenden Einführung der ePA, zu diesbezüglichen Chancen und Risiken. Er stellte die Entwicklung der ePA von ihren Anfängen bis zur verpflichtenden Nutzung ab dem 1. Oktober 2025 dar.
Mathias Heinicke referiert zur flächendeckenden Einführung der ePA.
Er erläuterte Handlungsspielräume trotz Befüllungspflicht, verwies auf die Aufklärungspflichten gegenüber den Patient*innen und ging auf die speziellen Probleme der ePA bei der Behandlung von Kindern und Jugendlichen ein. Es folgte eine intensive Diskussion über die Chancen und Risiken der ePA, wobei durch die Rückmeldungen aus der VV deutlich wurde, dass die Patient*innen überwiegend nur sehr rudimentäre Kenntnisse über die ePA haben, selbst wenn für sie eine ePA angelegt wurde.
Zum nächsten Tagesordnungspunkt stellte Dipl.-Psych. Rolf Wachendorf ein auf seine Initiative hin entwickeltes Versorgungsprojekt in BW vor. Das Projekt ProTherapie wurde als Antrag in den Innovationsfonds eingebracht. Es wird wissenschaftlich begleitet von Prof. Harald Baumeister, Universität Ulm, und getragen von der AOK BW, der Bosch-BKK, dem Mediverbund und der Freien Liste der Psychotherapeuten. Dabei sollen regionale Psychotherapeutenschaften (RPS) die Versorgung vor Ort strukturieren, indem innerhalb dieser Organisation ein gestuftes Vorgehen bezüglich der Behandlungsdringlichkeit stattfinden soll. Eine bedarfsorientierte Priorisierung und Koordinierung verschiedener Versorgungsangebote sollen so die Versorgungsprobleme lösen. Es folgte eine z. T. auch kontroverse Diskussion über das Projekt, Dr. Dietrich Munz merkte an, dass die KV dabei außen vor bleibe. Teilnehmende an diesem Projekt müssten dem Selektivvertrag des Mediverbundes beitreten und dessen Regularien akzeptieren. Die mit dem Projekt adressierten regionalen Psychotherapeutenschaften sind streng von den satzungsrechtlich verankerten Kreispsychotherapeutenschaften als rechtlich unselbstständige Untergliederungen der Kammer abzugrenzen.
Am zweiten Tag der VV standen der Bericht der Wirtschaftsprüfer und der Bericht des Haushaltsausschusses auf der Tagesordnung. Dörte Hauk erstattete den Bericht der Wirtschaftsprüfung. Es habe keine Beanstandungen gegeben, das Prüfungsergebnis sei positiv, der uneingeschränkte Bestätigungsvermerk wurde zum 31. Dezember 2024 erteilt. Nach einigen Rückfragen und deren Klärung berichtete Ulrike Böker als Vorsitzende des Haushaltsausschusses.
Sie stellte die Kennzahlen des Kammerhaushaltes im Rückblick bis 2024 dar. Nach einer Diskussion zu verschiedenen Fragen bezüglich des Haushalts wurde der Haushalt 2024 einstimmig verabschiedet. Es folgte der Bericht, Beratungen und Beschlussfassung zum Haushalt 2025. Die Rechnungsführerin, Petra Neumann, informierte über den Haushalt des laufenden Jahres. Nach Klärung weniger Rückfragen folgten der Bericht, Beratungen und Beschlussfassung zum Haushalt 2026. Petra Neumann stellte den Entwurf zum Haushaltsplan 2026 vor. Anschließend berichtete Ulrike Böker über das Konzept einer regelhaften Beitragsanpassung, das vom Haushaltsausschuss in Zusammenarbeit mit den Wahllisten erarbeitet wurde. Danach wurde der Haushaltsplan 2026 und auch die Beitragstabelle 2026 einstimmig angenommen.
Sitzung der Vertreterversammlung der 6. Wahlperiode am 18. Oktober 2025
Durch das Ausscheiden von drei Delegierten aus der VV (Mareke de Brito Santos-Dodt, Dr. Alessandro Cavicchioli und Dr. Jan Glasenapp) wurden Nachwahlen nötig. Das herausragende Engagement von Mareke de Brito Santos-Dodt, jahrzehntelange Vorsitzende des AFW-Ausschusses, wurde durch Mitglieder der VV und auch Dr. Dietrich Munz besonders gewürdigt.
In Ulm wurde die erste Kreispsychotherapeutenschaft gegründet. Dipl.-Psych. Daniel Fürstenberg wurde dort zum Vorsitzenden gewählt, war persönlich in der VV anwesend und erstattete der VV seinen Bericht. Er sei in der Gesundheitskonferenz des Landkreises gut aufgenommen worden, habe einige Angebote anderer Gremien auf Zusammenarbeit erhalten. In der nächsten Kreisversammlung Ulm sollen weitere Aufgaben und Ziele festgelegt werden.
Im Anschluss berichteten die Vorsitzenden der Ausschüsse über ihre Aktivitäten seit der letzten VV. Anne-Marie Scholz und Sarah Mae Fischer berichteten über ihre Arbeit als PiA-Vertreterinnen der Kammer. Sie stellten die Ergebnisse der Umfrage unter den PiA und den darauf basierenden Artikel auf der Kammerhomepage vor.
Als weitere Schwerpunkte benannten sie das Erstellen von Infomaterial für PiA (Signal-Gruppe und PiA-Newsletter), den Austausch mit Institutssprecher*innen und die Teilnahme an der BUKO PiA.
Dr. Dietrich Munz berichtete dann über die Arbeit der Satzungskommission. Die Kommission sprach sich für die nächste Kammerwahl für einen einheitlichen Wahlkörper aus, ohne die bisherige Trennung nach PP und KJP. Aus den Reihen der KJP kamen Bedenken und Befürchtungen, die KJP könnten ohne eigenen Wahlkörper marginalisiert werden. Die Erfahrungen aus anderen Kammern, die mit nur einem Wahlkörper wählen, haben diese Befürchtungen aber nicht bestätigt. Die Vertreterversammlung stimmte dann mit sehr hoher Mehrheit dafür, die Satzungskommission zu beauftragen, eine Wahlordnung mit einem einheitlichen Wahlkörper zu entwickeln.
„Wir bringen die Themen von vor Ort ein“: Das Interview mit Daniel Fürstenberg, dem Vorsitzenden der ersten Kreispsychotherapeutenschaft in Ulm
Am 1. Juli 2025 wurde in Ulm die erste Kreispsychotherapeutenschaft (KPS) Baden-Württembergs gegründet. Damit hat die Landespsychotherapeutenkammer Baden-Württemberg einen wichtigen Schritt zur Stärkung der regionalen Selbstverwaltung ihrer Mitglieder unternommen. In der neu geschaffenen Struktur sollen Psychotherapeut*innen auf Kreisebene die Möglichkeit erhalten, sich besser zu vernetzen, gemeinsame Anliegen zu formulieren und die berufliche Interessenvertretung vor Ort aktiv mitzugestalten.
Zum Vorsitzenden der KPS Ulm wurde der Psychologische Psychotherapeut Daniel Fürstenberg gewählt, der gemeinsam mit seinem Stellvertreter Dominik Rotter die Aufbauarbeit in der Modellregion koordiniert. Im Gespräch mit uns berichtet er über seine Motivation, die Ziele der neuen Struktur und seine Pläne für die kommenden Monate.
Daniel Fürstenberg
I. Zur Person und Motivation
Sie sind seit Juli 2025 Vorsitzender der ersten KPS in Baden-Württemberg. Was hat Sie persönlich dazu bewogen, sich für dieses Amt zu bewerben?
Mich hat gereizt, von Anfang an mitzugestalten. Ich sehe täglich, wie wichtig Vernetzung und Austausch sind – nicht nur zwischen uns Kolleg*innen, sondern auch mit anderen im Gesundheitssystem. Und ehrlich gesagt: Es war für mich eine Chance, Verantwortung zu übernehmen und etwas Neues aufzubauen, das uns allen langfristig nützt.
Was sind Ihre Erwartungen an die KPS und welche Erfahrungen aus Ihren bisherigen Tätigkeiten bringen Sie in die neue Funktion Ihrer Meinung mit ein?
Ich wünsche mir, dass die KPS zu einem Ort wird, wo wir unkompliziert ins Gespräch kommen und auch mal unterschiedliche Positionen nebeneinanderstehen dürfen. Ich bringe Erfahrungen aus verschiedenen Bereichen mit – Praxis, Suchtberatung, Gremienarbeit. Das hat mir gezeigt: Brückenbauen ist manchmal wichtiger als lange Diskussionen.
II. Zur neuen Struktur der KPS Ulm
Die KPS Ulm ist die erste Modellregion im Land. Welche Aufgaben, Funktionen, vielleicht auch Chancen sehen Sie in dieser neuen Struktur? In welchem Verhältnis steht diese neue Struktur zu den Zuständigkeiten der LPK BW?
Die KPS ist für mich die regionale Ergänzung zur Arbeit der Landespsychotherapeutenkammer. Die Kammer setzt die großen Linien, wir bringen die Themen von vor Ort ein. Die Chance liegt darin, dass wir uns in Ulm und Umgebung besser vernetzen und gleichzeitig eine Anlaufstelle für andere Akteur*innen sind – Verwaltung, Politik, Gesundheitswesen. Damit können wir unsere Stimme regional deutlicher hörbar machen.
Welche Themen, Ziele und Schritte stehen aktuell und in der mittelfristigen Perspektive auf der Tagesordnung der neu gegründeten KSP? Wie sehen Sie Ihre Rolle als Vorsitzender bei der Umsetzung dieser Ziele?
Im Moment geht es erst mal um die Basics: Leute zusammenbringen, Kommunikationswege finden, Strukturen schaffen. Mittelfristig wollen wir uns in lokale Gremien einbringen, also Gesundheitskonferenz, Suchtbeirat und ähnliche Runden. Als Vorsitzender der KPS Ulm sehe ich mich da eher als Moderator – zuhören, koordinieren, Impulse setzen.
Sehen Sie schon jetzt bestimmte Hindernisse oder Herausforderungen, die die Umsetzung dieser Ziele deutlich erschweren oder ihr im Weg stehen könnten? Gibt es schon erste Ideen, diesen zu begegnen?
Die größte Hürde ist sicher die Zeit. Viele Kolleg*innen sind schon mit Praxis oder Klinik voll ausgelastet. Wenn wir wollen, dass sich Leute engagieren, müssen die Wege einfach und praktikabel sein. Möglichkeiten wären zum Beispiel digitale Treffen – wenn das für Kolleg*innen besser passt – oder klar umrissene Aufgaben, die nicht zu viel Extra-Arbeit machen. Und was die Sichtbarkeit angeht: Die wird Schritt für Schritt wachsen, da braucht es einfach Geduld und Präsenz.
Welche Erwartungen haben Sie an die Zusammenarbeit mit der Landespsychotherapeutenkammer und den lokalen Gremien?
Von der Kammer wünsche ich mir gerade am Anfang enge Begleitung, auch mal ein offenes Ohr oder Unterstützung in der Öffentlichkeitsarbeit. Und vor Ort hoffe ich auf offene Türen – dass wir als KPS ernst genommen werden und nicht noch lange erklären müssen, warum es uns überhaupt braucht.
III. Persönlicher Abschluss
Bei allem Engagement – bleibt da auch noch Zeit für Hobbys oder andere persönliche Interessen?
Wenn ich ehrlich bin: Meine Familie steht klar an erster Stelle. Meine Frau, unsere Familie – das ist mein Anker. Nebenher finde ich Ausgleich in Musik (Klavier, Gesang), in Büchern und ich reise gern. Auch mal kleine Auszeiten, die den Kopf wieder frei machen. Ich merke: Das brauche ich, um das Engagement auf Dauer mit Freude machen zu können.
Was möchten Sie Kolleg*innen mit auf den Weg geben, die sich für berufspolitische Aufgaben, wie z. B. die Arbeit in der KPS, interessieren und sich hier einbringen möchten?
Ich möchte einfach Mut machen. Berufspolitik klingt manchmal sperrig oder weit weg – aber am Ende geht es um ganz konkrete Arbeitsbedingungen, die uns alle betreffen. Man muss nicht gleich ein großes Amt übernehmen. Schon kleine Beiträge machen einen Unterschied. Und es macht Spaß zu erleben, wie vielfältig unsere Profession ist, wenn man zusammenkommt.
Beschlüsse der LPK-Vertreterversammlung vom 17./18. Oktober 2025
Die Vertreterversammlung der Landespsychotherapeutenkammer Baden-Württemberg hat in ihrer Sitzung am 17./18. Oktober 2025 die folgenden Satzungen beschlossen:
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Fünfzehnte Satzung zur Änderung der Entschädigungs- und Reisekostenordnung vom 6. November 2025 (Inkrafttreten 11. November 2025): Amtliche Bekanntmachung vom 10. November 2025
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Vierte Satzung zur Änderung der WBO-P vom 6. November 2025 (Inkrafttreten 11. November 2025): Amtliche Bekanntmachung vom 10. November 2025
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Erste Satzung zur Änderung der WBO-PP/KJP vom 6. November 2025 (Inkrafttreten 11. November 2025): Amtliche Bekanntmachung vom 10. November 2025
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Beitragstabelle 2026 vom 6. November 2025 (Inkrafttreten 1. Januar 2026): Amtliche Bekanntmachung vom 10. November 2025
Die vorgenannten Satzungen sind nach Genehmigung des Ministeriums für Gesundheit, Soziales und Integration Baden-Württemberg (Genehmigungsvermerk vom 27.10.2025, Az.: 31.5415.5 – 001/1) am 6. November 2025 vom Präsidenten ausgefertigt und am 10. November 2025 auf der Kammerhomepage (www.lpk-bw.de/kammer/amtliche-bekanntmachungen-der-lpk-bw) öffentlich bekannt gemacht worden.