Mitteilungen der Psychotherapeutenkammer Hessen
Liebe Kollegin, lieber Kollege,
ich möchte gemeinsam mit Ihnen auf ein ereignisreiches Jahr zurückblicken. Ein aktuell zentrales Thema ist die Verpflichtung zur elektronischen Patientenakte (ePA). Seit dem 1. Oktober 2025 müssen auch wir die ePA für unsere Patient*innen befüllen. Derzeit ringen viele mit Startschwierigkeiten und Unsicherheiten.
Die Finanzierung der psychotherapeutischen Weiterbildung bleibt – zu unser aller Enttäuschung – trotz kontinuierlicher Bemühungen weiterhin ungeregelt und stellt unseren Nachwuchs zunehmend vor schwerwiegende Probleme. Auch wenn wir in Hessen mit aktuell 17 Weiterbildungsstätten im Ländervergleich gut dastehen, suchen mit jedem weiteren Semester immer mehr Absolvent*innen ohne Erfolg nach einer Weiterbildungsstelle. Mit der Folge, dass unserem Berufsstand Nachwuchs verloren geht, weil er sich anderweitig orientiert. Aus diesem Grund ist eine gesicherte Finanzierung nicht nur für die Qualität der Weiterbildung von entscheidender Bedeutung, sondern auch für die langfristige Sicherstellung qualifizierter Fachkräfte. Und das bei gleichzeitig wachsendem Bedarf an psychotherapeutischer Versorgung.
Das gilt insbesondere für den Bereich von Kindern und Jugendlichen. Deshalb waren wir 2025 dahingehend verstärkt aktiv. Auf politischer Ebene konnten wir das Thema an wichtigen Stellen positionieren: sowohl bei der hessischen Gesundheitsministerin als auch bei den gesundheitspolitischen Sprecher*innen verschiedener Parteien im hessischen Landtag.
Als Mitglied im Vorstand der Hessischen Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung (HAGE) sind wir Teil eines neu gegründeten Runden Tisches zur Förderung der psychischen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Hessen. Ziel ist es, durch Austausch und interdisziplinäre Zusammenarbeit wirksame Ansätze und Unterstützungsangebote für ein gesundes Aufwachsen junger Menschen zu entwickeln. Der Runde Tisch geht auf Initiative des HAGE-Vorstands zurück und wurde von uns maßgeblich unterstützt.
Auch die Woche der Seelischen Gesundheit legte in diesem Jahr den Fokus auf Kinder und Jugendliche. Auf unserem Instagram-Kanal haben wir mit einer Kampagne aktiv dazu beigetragen, auf dieses wichtige Thema aufmerksam zu machen. In verschiedenen Interviews, vor allem mit dem Hessischen Rundfunk, konnten wir die psychotherapeutische Perspektive in den öffentlichen Diskurs einbringen. Ziel unserer Arbeit ist ganz klar eine separate Bedarfsplanung für Kinder und Jugendliche. Darauf werden wir weiter intensiv hinarbeiten.
Ein kurzer Blick auf das Jahr 2026: In Hessen stehen Kammerwahlen an. Ich möchte Sie schon jetzt dazu aufrufen, Ihre Stimme zu nutzen, um Ihre Kammervertretung mitzugestalten. Auf unserer Webseite finden Sie alle wichtigen Informationen.
Wir wünschen Ihnen und Ihren Lieben frohe Festtage und eine erholsame Zeit zwischen den Jahren.
Herzliche Grüße
Ihre Heike Winter
Präsidentin
Änderungen in den Weiterbildungsordnungen beschlossen – Bericht zur 11. Delegiertenversammlung
Im Oktober fand die elfte Delegiertenversammlung (DV) der fünften Wahlperiode in Wiesbaden statt. Zentrale Errungenschaft war die Verabschiedung der überarbeiteten Weiterbildungsordnungen für Psychologische Psychotherapeut*innen und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut*innen (PP/KJP) sowie für Psychotherapeut*innen (P). Weitere Punkte auf der Tagesordnung waren der Kammerhaushalt, die Diskussion zur Aktualisierung der Berufsordnung sowie Nachwahlen in Ausschüssen. Die Sitzungsleitung wurde durch Else Döring, Vizepräsidentin (Foto rechts), und Vorstandsmitglied Prof. Dr. Rudolf Stark (Foto links) übernommen. In ihrer Resolution positionierte sich die DV deutlich gegen die geplanten Änderungen des Psychisch-Kranken-Hilfegesetzes (PsychKHG).
„Wir schaffen Räume für kontroverse Debatten“
Kammerpräsidentin Dr. Heike Winter hielt noch vor Beginn der Sitzung eine appellierende Ansprache. Sie thematisierte darin, dass sich der Ton im öffentlichen wie im privaten Diskurs immer weiter verschärfe und eine zielführende Auseinandersetzung verschiedener Perspektiven zunehmend unmöglich werde. „Eine Empörungskultur ist deutlich spürbar: Wir befinden uns in einem Dauerzustand von Aufregung, Ärger und Entrüstung. Das geht nicht spurlos an uns und unseren sozialen Beziehungen vorbei. Die Nerven liegen allzu schnell blank, Streit und Konflikte sind vorprogrammiert, der Stresslevel steigt, das Gefühl der Bedrohung nimmt zu“, mahnte Dr. Winter an.
Psychotherapeut*innen seien gefordert, tragfähige Kommunikationswege zu fördern, Respekt vor unterschiedlichen Sichtweisen zu stärken und Räume zu schaffen, in denen kontroverse Debatten konstruktiv geführt werden können. Nur so blieben demokratische Prinzipien lebendig und die Beziehungen in unserer Gesellschaft stabil: „Ich bin dankbar für das Engagement und die Konzentration auf den Kern unserer Aufgabe als Psychotherapeut*innen: die Unterstützung von Menschen in ihrer individuellen Entwicklung, eigenen Stärken und Besonderheiten, mit der wir als Berufsstand gemeinsam Werte der Offenheit, Vielfalt und Menschlichkeit bewahren.“
Finanzierung der Weiterbildung: Studierende demonstrieren in Marburg
Eröffnet wurde die Sitzung von Vizepräsidentin Else Döring. Sie begrüßte Dr. Monika Frank (VT-AS), die als Vertretung zum ersten Mal an einer DV teilnahm, wie auch die Gäste. Auftakt machten die Berichte aus Vorstand und Ausschüssen. Im Rahmen des Vorstandsberichts griff Dr. Winter erneut die Finanzierung der Weiterbildung auf, da zeitgleich in verschiedenen Städten Demonstrationen Studierender stattfanden, darunter auch in Marburg. Die Hessenschau habe die Präsidentin im Vorfeld dazu interviewt und fange gerade Stimmen der verzweifelten Studierenden ein. Außerdem berichtete sie über die geplante Änderung des PsychKHG und den Einsatz von Vizepräsidentin Else Döring, die die Stellungnahme der PTK Hessen bei der Anhörung vor dem Gesundheitsausschuss vorgetragen habe.
Nachtragshaushalt 2024 und Haushalt 2025 einstimmig angenommen
Im Rahmen des Finanzberichts erläuterte Horst Kuhl, Kaufmännischer Leiter der PTK Hessen, die Mitgliederstruktur und -entwicklung der Kammer. Zum Stand vom 15. September 2025 verzeichnet die Kammer eine Mitgliederzahl von 6.967 im Vergleich zu 6.770 im vorangegangenen Jahr. Damit bewegt sich der Anstieg in erwarteter Höhe von jährlich rund vier Prozent. Insgesamt 4.113 Mitglieder sind aktuell in Hessen als Psychologische Psychotherapeut*innen (PP) tätig, 1.196 als Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut*innen (KJP) und 178 Mitglieder haben eine Doppelapprobation inne. Die Anzahl der Psychotherapeut*innen gemäß der neuen Weiterbildung ist auf 67 gestiegen. Weiterhin waren zum Stichtag 1.409 Psychotherapeut*innen in Ausbildung (PiA) sowie 17 Psychotherapeut*innen in Weiterbildung (PtW) Mitglied der Kammer. Ein Blick auf die Altersstruktur zeigt eine Häufung zwischen 29 und 39 Jahren. Das Durchschnittsalter liegt bei 48 Jahren.
Vorstandsmitglied Karl-Wilhelm Höffler berichtete die Kammerfinanzen und die geplanten Beitragseinnahmen und Aufwendungen für das Jahr 2025 sowie das Haushaltsjahr 2026. Im Haushaltsplan 2026 ist berücksichtigt, dass durch die Kammerwahl u. a. eine zusätzliche Delegiertenversammlung stattfindet. Die Delegierten folgten der Einschätzung des Vorstandes und verabschiedeten die Anträge zum Haushalt einstimmig.
Karl-Wilhelm Höffler und Birgit Wiesemüller, beide Vorstandsmitglieder
Hessen mit 16 Weiterbildungsstätten im Spitzenfeld
Stanislava Arsenieva, Teamleitung Fort- und Weiterbildung, informierte in ihrer Präsentation über den aktuellen Stand der anlaufenden Weiterbildung. In Hessen gibt es inzwischen 16 beziehungsweise (nach Versand eines ausstehenden Bescheids) 17 anerkannte Weiterbildungsstätten. Diese decken die hessische Landkarte von Kassel bis Wiesbaden ab. Damit liegt Hessen im Spitzenfeld der Landeskammern.
Monatlich werden vier bis zehn Beratungstermine durch die Geschäftsstelle durchgeführt. Neue Antragsverfahren gibt es im Schnitt zwei bis vier pro Monat. Aktuell laufen weitere 22 Antragsverfahren. Dr. Heike Winter ergänzt den Hinweis zur „digitalen Roadshow“, die seit 2024 von der Kammer durchgeführt wird. Hierzu werden regelmäßig Informationsveranstaltungen für Kliniken, Praxen sowie Selbsterfahrungsleiter*innen, Supervisor*innen und Befugte online durchgeführt und interessierte Kammermitglieder über das Antragsverfahren zur Anerkennung als Weiterbildungsstätte informiert.
Vorstand der PTK Hessen bei der 11. DV
Änderungen in den Weiterbildungsordnungen beschlossen
Der große Erfolg der elften DV war der Beschluss der überarbeiteten Weiterbildungsordnung für Psychologische Psychotherapeut*innen und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut*innen (WBO PP/KJP) sowie der Weiterbildungsordnung für Psychotherapeut*innen (WBO P). „Hinter uns liegt jede Menge Arbeit. Ich danke dem Ausschuss für Aus-, Fort- und Weiterbildung und Frau Arsenieva für die Unterstützung“, betont Dr. Winter. Die Änderungen umfassen sowohl redaktionelle Anpassungen, wie zum Beispiel Fehlerkorrekturen, Gendern in Paarform oder einheitliche Formulierungen, als auch fachliche Anpassungen. In der WBO PP/KJP wurden der Erwerb eines Zweitverfahrens im Rahmen einer Bereichsweiterbildung sowie die Einführung der Bereichsweiterbildung „Spezielle Psychotherapie bei Diabetes“ ermöglicht.
Abstimmung bei der 11. DV
In der WBO P wurden Anpassungen an die Muster-Weiterbildungsordnung vorgenommen, die der Deutsche Psychotherapeutentag verabschiedet hatte. Ergänzt wurde hier auch der sogenannte „Crossover-Gedanke“ in der Selbsterfahrung. Dabei geht es um die Ermöglichung gegenseitiger Selbsterfahrung durch Erwachsenenpsychotherapeut*innen in der Aus- bzw. Weiterbildung auf dem Gebiet der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie – sowie umgekehrt.
Alle Änderungen finden Sie in der Präsentation auf der Website.
Änderung der Berufsordnung: Videotherapie sorgt weiter für Bedenken
Dr. Jona Iffland, Vorsitzender des Ausschusses für ethische Fragen und Berufsordnung (EBO), präsentierte die Änderungsvorschläge der Berufsordnung. Bereits seit Herbst 2024 werden Themen der Berufsordnung diskutiert, die einer Überarbeitung bedürfen: eine einheitliche Verwendung des Behandlungsbegriffs, Videotherapie, unentgeltliche Einsichtnahme in die Patientenakte sowie Regelungen zur (Un-)Vereinbarkeit von Heilpraktikererlaubnis und Approbation als PP/KJP/P.
Gesprächsbedarf gab es erneut insbesondere beim Thema „Videotherapie“. Dahingehend bestehen große Bedenken, vor allem im Hinblick auf große Konzerne, die den Markt mit Videotherapie überschwemmen könnten – ohne jegliche Qualitätsgarantie. Im Frühjahr 2026 sollen dann voraussichtlich die Änderungen beschlossen werden.
Ergebnisse der Nachwahlen von Ausschussmitgliedern
Ausschuss für Aus-, Fort- und Weiterbildung:
Anna-Lena Burkard, PP (Nachfolgerin für Helge Sickmann)
Ausschuss für Psychotherapie in der ambulanten Versorgung:
Bislang noch kein*e Kandidat*in vorgeschlagen (Nachfolger*in für KJP)
PiA-Landessprecher*innen: Monika Ochmann wird verabschiedet
Monika Ochmann, PP, wurde im Rahmen der DV offiziell als PiA-Landessprecherin verabschiedet. Dr. Heike Winter dankte ihr für ihr Engagement und gratulierte zur bestandenen Approbationsprüfung. Johanna Jung, GAP Frankfurt, wird zukünftig das Trio der PiA-Landessprecher*innen ergänzen. Weitere Informationen zu ihrer Person finden Sie auf der PTK-Website.
V. l.: Dr. Heike Winter, Präsidentin, und Monika Ochmann, ehem. PiA-Landessprecherin
Resolution zur geplanten Änderung des PsychKHG
Während ihrer elften Sitzung hat die DV eine Resolution zur geplanten Änderung von § 28 Abs. 3 f. PsychKHG verabschiedet. Die Gesetzesnovelle sieht vor, dass psychisch erkrankte Patient*innen, die aufgrund von Fremdgefährdung nach dem PsychKHG untergebracht werden und nach ihrer Entlassung eine Weiterbehandlung verweigern, den Ordnungs- und Polizeibehörden gemeldet werden sollen. Wie im Vorfeld berichtet, hat sich die Psychotherapeutenkammer Hessen klar dagegen ausgesprochen. Im Rahmen der Anhörung am 3. September 2025 hat Vizepräsidentin Else Döring die Stellungnahme der Kammer im Landtag vorgebracht. „Insgesamt 35 Stellungnahmen wurden vorgetragen, nahezu alle stimmten gegen die geplante Änderung. Wir hoffen, dass der Einsatz die Politik überzeugt hat und die diskriminierende Gesetzesänderung abgewendet wird“, betont Else Döring. Für den 5. November 2025 war die Auswertung der Stellungnahmen in einer nicht öffentlichen Sitzung geplant.
Termin
12. Delegiertenversammlung
24./25. April 2026
Ort: voraussichtlich Hotel Oranien, Wiesbaden
Abendveranstaltung zu KI – Chatbots: Patient*innendaten nicht sicher
Im Rahmen der Abendveranstaltung am Freitag der elften Delegiertenversammlung hielt Prof. Dr. Harald Baumeister, Universität Ulm, einen Vortrag zum Thema „Einsatz von KI in der Psychotherapie“. Der Vortrag beginnt mit einem Podcast – 2:30 Minuten lang unterhalten sich zwei Personen über ein ausgewähltes Thema. Sie klingen ganz natürlich, wie in einem der vielen Podcasts oder Radiosendungen, die wir täglich hören. „Dieser Podcast wurde komplett in wenigen Stunden von einer meiner wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen mithilfe von KI erstellt, ohne Profikenntnisse“, klärt Baumeister auf. Die Reaktionen im Raum sind unterschiedlich – je nach bisheriger Erfahrung mit künstlicher Intelligenz. Einigkeit besteht aber darin: „Das hätte ich ohne Aufklärung nicht gemerkt.“
Prof. Dr. Harald Baumeister, Universität Ulm
Was ist KI?
Anschließend folgt eine Einordnung der Begrifflichkeit „KI“: „Intelligenz“ als abstraktes, vernünftiges Denken, „künstlich“ als technisch oder chemisch nachgebildet. KI sei keine Zauberei, sondern auf einfache Rechenmodelle der Mathematik zurückzuführen. Bei der KI gebe es verschiede Arten von Lernprozessen wie beispielsweise das sogenannte „Deep Learning“: Ein Computer erhält Grundprinzipien und das Ziel, ein Spiel zu gewinnen. Durch unaufhörliches Training gemäß „Trial and Error“ schafft er innerhalb weniger Tage den Sprung vom Amateurniveau, im Schachspiel oder beim Spiel Go, zur Unschlagbarkeit.
Häufig fehle die Differenzierung zwischen KI und Digitalen Gesundheitsanwendungen (DiGA), so Baumeister. Zur Einordnung verwies er auf die rasche Weiterentwicklung und betonte, dass „Trial and Error“ für die Interaktion mit Menschen nicht in gleicher Weise anwendbar sei wie bei einem Spiel. Erste Publikationen zur Evidenz der Wirksamkeit des Einsatzes von Chatbots in der Medizin zeigen keine signifikanten Unterschiede gegenüber DiGA.
Chancen und Gefahren
Als konkrete Einsatzmöglichkeiten von KI in der Psychotherapie nannte Baumeister allen voran Dokumentationstools, die bereits in der Entwicklung seien. Außerdem sprach er im Hinblick auf psychotherapeutische Intervention von „Persuasive Design“ zur Orientierung in Überforderungssituationen für Patient*innen, „Mobile Sensing“ zur Früherkennung von Symptomen und Interventionen oder Kurzerinnerungen, die in der belastenden Situation gegeben werden, um die Patient*innen daran zu erinnern, was sie machen sollten bzw. wollten. In diesem Kontext seien zukünftig vermutlich auch Stimmmerkmale als Träger von Emotionen wertvolle Hinweise, die dann der Emotionserkennung dienen könnten.
Deutlich fiel die Datenschutz-Warnung aus: Mentale Gesundheitsdaten landen bei der Nutzung von beispielsweise ChatGPT ungeschützt in den Netzen der Anbieter. Daher sollten Psychotherapeut*innen unter keinen Umständen z. B. Fallberichte mit KI verfassen, denn diese kann mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit die Personen mit wenigen Informationen namentlich identifizieren.
Diskussion
In der anschließenden Diskussion wurden psychosoziale Folgen, Datensicherheit und Fake-Informationen angesprochen, inklusive der Frage, wer künftig seriöse Forschungsergebnisse filtert und welche kommerziellen Interessen, zum Beispiel Datenverwertung oder die Bindung von Patient*innen, eine Rolle spielen. Beiträge aus dem Plenum hoben mögliche Paradigmenwechsel und Veränderungen im Menschen- und Selbstbild hervor wie auch das Risiko einer Abhängigkeit von Anwendungen. Weitere Stimmen betonten die dringende Notwendigkeit der Aufklärung über den bislang naiven Umgang mit KI-Tools. Fazit: Die Entwicklung von KI-Applikationen schreitet schneller voran als die Anwendungsforschung. Laut Baumeister gebe es daher an dieser Stelle noch viele Baustellen und ungeklärte Fragen.
V. l.: Dr. Heike Winter, Präsidentin, Harald Baumeister, Universität Ulm, Else Döring, Vizepräsidentin