Ausgabe 4/2025

Mitteilungen der Psychotherapeutenkammer Schleswig-Holstein

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Liebe Kolleg*innen,

es herrscht weiter Krieg. In der Ukraine und an vielen anderen Orten in der Welt.

Der Klimawandel wird zunehmend deutlich und bedroht die Menschheit insgesamt und viele Menschen ganz besonders.

Eigentlich könnte ich nun aufhören zu schreiben. Alles Weitere erscheint belanglos.

Aber vielleicht auch nicht. Vielleicht sind es ja die alltäglichen Aktivitäten, das Arbeiten an Zielen, die Umsetzung von Werten, welche dazu beitragen, kleine und große Änderungsprozesse anzustoßen. Daher nun ein paar Informationen aus der PKSH.

Wiedergewählt! Ich bedanke mich für das Vertrauen und für die Wiederwahl als Präsident und werde mein Bestes geben. Wir haben einen engagierten neuen Vorstand. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit in unserem Team.

Schade! Herr Wohlfarth, unser langjähriger Geschäftsführer hat sich entschieden, seine Tätigkeit in der PKSH nach 20 Jahren zu beenden und in den Ruhestand zu treten. In der Kammerversammlung am 7. November wurde sein großes Engagement für die Weiterentwicklung der Psychotherapeutenkammer hervorgehoben und ihm stehend Beifall gezollt. Wir wünschen ihm für seinen weiteren Lebensweg alles erdenklich Gute.

Ausgewählt! Nach einem umfassenden Bewerbungsprozess haben wir als Nachfolgerin in der Geschäftsführung Frau Dr. Bern aus einer Gruppe hochqualifizierter Bewerber*innen ausgewählt. Toll, dass das geklappt hat.

Nachholbedarf! Der Gesetzgeber hat die neue Weiterbildung beschlossen, aber ohne die Finanzierung zu regeln. Auch die neuen gesetzlichen Regelungen zur finanziellen Absicherung der Weiterbildungsambulanzen sind ungenügend und lösen nicht mal einen kleinen Teil des Finanzierungsproblems. Hier gibt es einen deutlichen Nachholbedarf. Die Ungeduld der Studierenden und der bereits approbierten Kolleg*innen nach neuem Recht steigt. Im Rahmen einer Veranstaltung an der Universität zu Lübeck wurde die Problematik geschildert und nach Auswegen gesucht.

Die Mitglieder der Kammerversammlung haben der Idee, das PTJ nur noch als digitale Ausgabe zur Verfügung zu stellen, widersprochen. Das Votum auf der letzten Kammerversammlung lautet mehrheitlich, dass wir auch zukünftig das Psychotherapeutenjournal als gedruckte Zeitschrift allen Mitgliedern zukommen lassen wollen, damit man „wirklich was in der Hand hat“. Nun wird der Entscheidungsprozess auf Bundesebene weitergehen.

Echte Begegnung von Angesicht zu Angesicht prägt hoffentlich auch die Psychotherapie der Zukunft. Welche Rolle die Weiterentwicklung der Künstlichen Intelligenz für die Gestaltung von psychotherapeutischen Prozessen nehmen wird und soll, darüber macht sich aktuell die Bundespsychotherapeutenkammer Gedanken und wird dazu demnächst ein Positionspapier veröffentlichen.

Und schon jetzt ein erster Blick auf 2026: Am ersten Samstag im Juni (6. Juni 2026) findet der Norddeutsche Psychotherapietag (NPT26) erneut in Lübeck statt. Wir werden uns mit der „Psychotherapie der Sucht“ beschäftigen und bemühen uns gerade, anerkannte Expert*innen für die Vorträge und Workshops zu gewinnen.

Und der zweite Blick auf 2026: Die Kammerversammlung hat die Haushaltssatzung für das nächste Jahr beschlossen. Damit steht fest, dass die Beiträge stabil bleiben.

Ich wünsche Ihnen auch im Namen des Vorstands wunderschöne Feiertage und alles Gute, Glück, Gesundheit in einem hoffentlich friedvolleren 2026.

Mit kollegialen Grüßen

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Dr. phil. Clemens Veltrup
Präsident

PKSH mit neuem Vorstand in die 6. Wahlperiode

Die neugewählten Mitglieder der Kammerversammlung der sechsten Wahlperiode sind am Freitag, den 5. September 2025, zu ihrer 70., konstituierenden Sitzung zusammengekommen. Wichtigster Punkt der Tagesordnung war die Wahl eines neuen Vorstands.

Mit großer Mehrheit wurde Dr. phil. Clemens Veltrup zum Kammerpräsidenten wiedergewählt. Auch Birte Ernst als Vizepräsidentin und Dr. Björn Riegel sowie Haluk Mermer sind weiterhin im Vorstand vertreten. Neu im fünfköpfigen Team ist Stephanie Ristow, niedergelassene Psychologische Psychotherapeutin mit Sitz in Trittau bei Hamburg.

Der neue Vorstand der PKSH (von links): Dr. Björn Riegel, Birte Ernst, Stephanie Ristow, Dr. Clemens Veltrup und Haluk MermerFoto: Thomas Faust

Der neue Vorstand der PKSH (von links): Dr. Björn Riegel, Birte Ernst, Stephanie Ristow, Dr. Clemens Veltrup und Haluk Mermer
Foto: Thomas Faust

„In den nächsten Jahren wird das Engagement fortgesetzt werden müssen, die neue Weiterbildung für approbierte Psychotherapeut*innen umzusetzen“, so der alte und neue Präsident. Neben Aktivitäten auf der bundespolitischen Ebene für eine ausreichende Finanzierung gelte es, auf Landesebene bei Kliniken sowie niedergelassenen Psychologischen Psychotherapeut*innen und Kinder- und Jugendlichentherapeut*innen dafür zu werben, Kolleg*innen für die Weiterbildung anzustellen und zu qualifizieren, so Veltrup weiter.

Auf der Sitzung wurde erneut die Bildung zweier Fraktionen (KamOn und DPtV) angezeigt, die jeweils neun Mitglieder haben. Sodann wurde die Wahl der ständigen Ausschüsse (Finanzen, Fortbildung, Weiterbildung und Rechnungsprüfung) sowie der fakultativ eingerichteten Ausschüsse für Berufsordnung und Psychotherapie in Institutionen durchgeführt. Außerdem wurden die Delegierten und Stellvertretungen für die Deutschen Psychotherapeutentage (DPT) gewählt.

Die Mitglieder der Kammerversammlung befassten sich abschließend noch mit dem Positionspapier zur Verbesserung der psychotherapeutischen Versorgung des GKV-Spitzenverbandes, dessen Forderungen einhellig abgelehnt wurden.

Michael Wohlfarth
Geschäftsführer


Kompetenz trifft Justiz – Schleswig-Holstein startet Gutachten-Vermittlungsstelle

In Schleswig-Holstein ist am 1. Juli 2025 ein bundesweit einmaliges Projekt gestartet: das Kompetenzzentrum Psychiatrische und Psychologische Justizgutachten Schleswig-Holstein (KPJSH). Ziel ist es, die Qualität, Transparenz und Verfügbarkeit von Gutachten im Land nachhaltig zu verbessern – und die Zusammenarbeit zwischen Justiz, Psychotherapie, Psychologie und Medizin zu stärken.

Die Einrichtung wurde vom Ministerium für Justiz und Gesundheit unter Einbezug von Fachexpert*innen verschiedener Disziplinen einschließlich der Psychotherapie ins Leben gerufen. Organisatorisch an die Ärztekammer Schleswig-Holstein angebunden, arbeitet das KPJSH interdisziplinär – und ausdrücklich berufsgruppenübergreifend: Psychotherapeut*innen, Psycholog*innen, Ärzt*innen und Angehörige der Justiz sind eingeladen, mitzuwirken und voneinander zu lernen.

Ein erster Meilenstein war die Auftaktveranstaltung am 10. November 2025 in Bad Segeberg mit Fachvorträgen, Diskussionen und intensiver Vernetzung. Die Resonanz auf dieses Angebot fiel mit einer Zahl von knapp 120 Teilnehmenden groß aus. Das Interesse an Austausch und Struktur in der Gutachtenlandschaft ist deutlich spürbar. Künftig sollen Formate wie der „Interdisziplinäre Austausch Justizgutachten“ regelmäßig stattfinden, um Fragen aus Praxis, Methodik und Recht zu beleuchten. Ergänzend sind Intervisionstermine geplant und thematisch fokussierte Fortbildungen angedacht. Weitere Ressourcen und Materialien sollen auf der Webseite des KPJSH gebündelt werden.

Diskussionsrunde, Daniela Herbst mit MikrofonFotos: ÄKSH

Diskussionsrunde, Daniela Herbst mit Mikrofon
Fotos: ÄKSH

Podiumsteilnehmer*innen

Podiumsteilnehmer*innen

Teilnehmer*innen der Podiumsdiskussion

Teilnehmer*innen der Podiumsdiskussion

Ein Herzstück des neuen Zentrums ist die im Aufbau befindliche Sachverständigendatenbank. Sie soll es Gerichten in Schleswig-Holstein künftig erleichtern, geeignete Gutachterinnen und Gutachter gezielt zu finden – unter Angabe ihrer Fachgebiete, Qualifikationen, Verfügbarkeiten und Kontaktdaten. Damit entsteht erstmals eine strukturierte Übersicht über gutachterlich tätige Fachexpertinnen und -experten im Land. Die Registrierung steht grundsätzlich allen Sachverständigen bundesweit offen, die Vermittlung erfolgt jedoch ausschließlich an die Justiz des Landes Schleswig-Holstein.

Neben der Vermittlung will das KPJSH auch Qualität sichern und Nachwuchs fördern – durch Beratung, Informationsveranstaltungen, Vernetzung von Mentoring-Tandems und praxisnahe Fortbildungen. Zudem soll das Wissen über rechtliche, psychologische, psychotherapeutische und psychiatrische Perspektiven gesammelt und Expertise miteinander verbunden werden. Anfragen, Engagement und eigene Ideen sind hochwillkommen! Das KPJSH lebt von den Menschen, die sich daran beteiligen. Alle Interessierten sind deshalb ausdrücklich eingeladen, sich einzubringen und das Thema Begutachtung in Schleswig-Holstein aktiv mitzugestalten.

Wer über aktuelle Termine, Fortbildungen und Entwicklungen informiert bleiben möchte, kann sich über Anlage eines „AKIS“-Zugangs in einen Newsletter eintragen: https://akis.aeksh.de/profil/abonnements.

Weitere Informationen, Ressourcen und Hinweise auf Fortbildungen finden sich auf der Webseite www.kpjsh.de.

Dr. Victoria Witt
Fachärztin Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie
Kompetenzzentrum Psychiatrische und Psychologische Justizgutachten S.-H.


Zukunft der Psychotherapie – Podiumsdiskussion am 21. Oktober 2025 an der Universität zu Lübeck

Etwa 200 Personen waren zur Podiumsdiskussion im Audimax der Universität zu Lübeck gekommen. Die Veranstaltung wurde von der Fachschaft Psychologie organisiert und von einer der ersten approbierten Psychotherapeutinnen nach neuem Recht, nämlich Sara Weber, professionell moderiert. In drei Themenblöcken (Studium, Weiterbildung, Psychotherapeutisches Arbeiten) gaben die geladenen Diskutant*innen ihre Statements ab.

Teilnehmer*innen der PodiumsdiskussionFoto: Prof. Philipp Klein

Teilnehmer*innen der Podiumsdiskussion
Foto: Prof. Philipp Klein

Prof. Dr. Helge Braun, Präsident der Universität, betonte die Bedeutung der Psychologie und der Psychotherapie. Vor allem die studentischen Vertreterinnen schilderten ihre Probleme mit dem Studium, aber auch die Sorgen bezüglich ihrer beruflichen Zukunft vor dem Hintergrund der weiterhin unklaren Finanzierung der Weiterbildung. Puya Sattarzadeh, Sprecher der Bundeskonferenz PiA, wies auch darauf hin, dass die jetzt noch geltende Ausbildung mit erheblichen Kosten für die Teilnehmenden verbunden ist. Vonseiten der Vertreter*innen der Lehre (Prof. Dr. Ines Wilhelm-Groch, Prof. Dr. Frieder Paulus) wurde eingeräumt, dass das Studium und v. a. auch die Prüfungen noch veränderungsbedürftig sind. Der Präsident der PKSH (Dr. Clemens Veltrup) betonte, dass auf Landes- und Bundesebene alles getan werde, um die Politik zu bewegen, die Weiterbildung finanziell abzusichern. Bevor dies nicht geschehe, sei auch nicht damit zu rechnen, dass es vermehrt Anträge auf Anerkennung als Weiterbildungsbefugte oder -stätten gebe.

Prof. Dr. Braun, WeberFoto: Veranstalter

Prof. Dr. Braun, Weber
Foto: Veranstalter

Dr. phil. Clemens Veltrup
Präsident


Wechsel in der Geschäftsführung der PKSH

Dr. Christina Bern ist zum 1. November 2025 mit in die Geschäftsführung der Psychotherapeutenkammer Schleswig-Holstein eingetreten. Sie leitete bislang die Anfang 2022 neu geschaffene Abteilung Weiterbildung der Geschäftsstelle und ist als auf das Gesundheitsrecht spezialisierte und promovierte Juristin in den vergangenen drei Jahren im Gesundheitswesen in Schleswig-Holstein etabliert und sehr gut vernetzt. Ab dem 1. Januar 2026 wird sie die Leitung der Geschäftsstelle alleinverantwortlich übernehmen.

Dr. Christina Bernbeide Fotos: Thomas Faust

Dr. Christina Bern
beide Fotos: Thomas Faust

Frau Dr. Bern tritt die Nachfolge von Michael Wohlfarth an, der nach 20 Jahren engagierter und erfolgreicher Tätigkeit zum 31. Dezember 2025 in den Ruhestand gehen wird. Er hat die Kammer fast von Beginn an ab Oktober 2005 geleitet, zunächst noch mit aufgebaut und mit den Jahren im schleswig-holsteinischen Kammer- und Gesundheitswesen etabliert. Dabei hat er neben der laufenden Führung der Geschäfte mehrere Projekte wie den jährlichen Psychotherapietag, die Digitalisierung der Mitgliedsakten, ein neues System der Onlineakkreditierung sowie einen neuen Webauftritt maßgeblich verantwortet. In seine Zeit fielen die Reform der Psychotherapieausbildung und die Gestaltung der neuen Weiterbildung zu Fachpsychotherapeut*innen. Herr Wohlfarth war zudem in den ersten acht Jahren seiner Tätigkeit auch noch geschäftsführend für das Versorgungswerk der PKSH tätig. Wir danken Herrn Wohlfarth für sein außerordentliches Engagement für die Weiterentwicklung der Psychotherapeutenkammer und werden ihn vermissen.

Michael Wohlfarth

Michael Wohlfarth

Dr. phil. Clemens Veltrup
Präsident


Auf Ihr Wohl! Machen Sie’s gut, Herr Wohlfarth!

Keine Sorge, es wurde kein Alkohol auf der Kammerversammlung getrunken. Aber wir wünschen ihm alle, dass er sich in und mit seiner neuen Lebensphase wohlfühlt.

Hier ein paar Fotos von der Verabschiedung im Rahmen der Kammerversammlung. Einigen standen die Tränen in den Augen, gerade auch jenen, die all die Jahre mit ihm in unterschiedlichen Funktionen zusammengearbeitet haben.

Heiko Borchers (links) u. Michael Wohlfarth

Heiko Borchers (links) u. Michael Wohlfarth

Michael Wohlfarth (links) u. Dr. Clemens Veltrupbeide Fotos: Birte Ernst

Michael Wohlfarth (links) u. Dr. Clemens Veltrup
beide Fotos: Birte Ernst

Dr. phil. Clemens Veltrup
Präsident


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