Ausgabe 1/2026

Mitteilungen der Psychotherapeutenkammer Schleswig-Holstein

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Liebe Kolleg*innen,

es herrscht weiter Krieg. In der Ukraine und an vielen anderen Orten in der Welt.

Der Klimawandel wird zunehmend deutlich und bedroht die Menschheit insgesamt und viele Menschen ganz besonders.

Eigentlich könnte ich nun aufhören zu schreiben. Alles Weitere erscheint belanglos.

Aber vielleicht auch nicht. Vielleicht sind es ja die alltäglichen Aktivitäten, das Arbeiten an Zielen, die Umsetzung von Werten, welche dazu beitragen, kleine und große Änderungsprozesse anzustoßen. Daher nun ein paar Informationen aus der PKSH.

Das Jahr 2026 hat uns schon wieder voll im Griff.

Frau Dr. Bern hat die Geschäftsführung übernommen und ist mit ihren Kolleginnen dabei, all die Aufgaben zu erledigen, die zu Jahresbeginn anstehen. Dazu gehört der Versand der Mitteilungen über den Kammerbeitrag an alle Mitglieder sowie die Erstellung des Jahresabschlusses 2025. An dieser Stelle sei allen Mitarbeiterinnen der Geschäftsstelle einmal ausdrücklich gedankt, dass sie sich so engagiert einbringen.

Auch ist es uns gelungen, die Position der Fort- und Weiterbildungsreferentin mit einer sehr qualifizierten psychologischen Kollegin neu zu besetzen. Darüber freuen wir uns sehr! Diese wird zum 1. März 2026 ihre Tätigkeit beginnen.

Im Juni findet ja, wie mittlerweile „üblich“, am ersten Samstag im Juni der nächste Norddeutsche Psychotherapietag statt. Er wird wie in den letzten beiden Jahren erneut in Lübeck stattfinden. Für die Vorträge und Workshops haben wir hochqualifizierte Expert*innen gewinnen können. Wir laden herzlich dazu ein, sich mit dem Thema der Störungen durch psychotrope Substanzen und Verhaltenssüchten intensiv auseinanderzusetzen, und denken, dass es viele hilfreiche Anregungen für die psychotherapeutische Arbeit geben wird.

Einige Kolleg*innen haben zurecht hinterfragt, ob es nicht sinnvoll wäre, auch mal wieder einen anderen Tagungsort zu finden. Wir werden versuchen, das für das Jahr 2027 zu realisieren. Wir stellen aber fest, dass es nicht so viele Tagungsstätten gibt, die unseren Anforderungen genügen, und sind für Hinweise von Ihnen sehr dankbar.

Und ein wenig haben wir auch mit der Vorbereitung des nächsten Deutschen Psychotherapeutentages im Mai 2026 zu tun, der in Travemünde stattfinden wird. Wir freuen uns, die Delegierten in unserem Bundesland begrüßen zu können, und sind auch zufrieden, dass wir in diesem Jahr nur eine kurze Anreise haben.

Im Vorstand haben wir entschieden, neben den bisherigen Beauftragungen noch eine Beauftragte für die Mitgliedergruppe der approbierten Psychotherapeut*innen zu benennen. Wir freuen uns, dass Frau Sara Weber bereit ist, diese Aufgabe zu übernehmen. Sie stellt sich auch mit einem Beitrag auf diesen Länderseiten vor. Außerdem sind wir im Gespräch, um eine*n Beauftragte*n für den Bereich „Psychotherapie bei Menschen mit geistigen Behinderungen“ zu finden.

Wir freuen uns, dass es Mitglieder gibt, die bereit sind, sich ehrenamtlich einzubringen und den Vorstand beraten und unterstützen.

„Wenn die Kälte kommt“ – so lautet ein Liedtitel von Santiano. Ich warte lieber auf ein wenig mehr Wärme.

Mit kollegialen Grüßen

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Dr. phil. Clemens Veltrup
Präsident

Voilà, wir sind der PTI-Ausschuss (PsychotherapeutInnen in Institutionen) der PKSH!

Der Ausschuss besteht aus vier Personen und setzt sich, anders als in der letzten Wahlperiode, paritätisch aus jeweils zwei Mitgliedern der zwei Fraktionen in Schleswig-Holstein zusammen. Im Ausschuss sind weiterhin Birte Ernst und Jan Albers vertreten und neu dabei sind Dr. Janna Grünzig und Nadeschda Stapelfeldt.

Von oben links nach unten rechts: Jan Albers, Birte Ernst, Dr. Janna Grünzig & Nadeschda Stapelfeldt (Foto: Birte Ernst)

Von oben links nach unten rechts: Jan Albers, Birte Ernst, Dr. Janna Grünzig & Nadeschda Stapelfeldt (Foto: Birte Ernst)

Frau Ernst, Sprecherin des Ausschusses, ist seit 2010 im Friedrich-Ebert-Krankenhaus, Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie & Psychosomatik, tätig. Sie ist Verhaltens- und DBT-Therapeutin. Seit 2017 ist sie leitende Psychotherapeutin der Klinik und seit 2021 steht sie darüber hinaus einer DBT-Stationsunit vor. Sie arbeitet weiterhin in der angegliederten Psychiatrischen Institutsambulanz ihrer Klinik und engagiert sich als Dozentin und Supervisorin.

Jan Albers, stellvertretender Sprecher, ist Verhaltenstherapeut für Erwachsene und seit 12 Jahren in der Schön-Klinik Bad Bramstedt auf wechselnden Stationen tätig, aktuell arbeitet er auf einer Station für Menschen mit ADHS und affektiven Störungen. Zudem ist er seit 2022 stellvertretender Betriebsratsvorsitzender. Von 2022 bis 2025 war er zusätzlich nebenberuflich in eigener privater Praxis sowie im Rahmen einer Elternzeitvertretung einer Kollegin kassenärztlich ambulant tätig. Herr Albers ist seit 2020 in der Kammer der PKSH aktiv.

Frau Dr. Grünzig ist Psychologische Psychotherapeutin für Verhaltenstherapie für alle Altersgruppen und als leitende Neuropsychologin in der Abteilung Frührehabilitation und Geriatrie des Westküstenklinikums und in eigener Praxis in Meldorf tätig.

Nadeschda Stapelfeldt ist Psychologische Psychotherapeutin (VT) für Erwachsene und seit 2025 in der Psychosomatik der Rehabilitationsklink der DRV-Bund in Mölln angestellt und ebenso privat in eigener Praxis tätig.

Wir als Ausschuss freuen uns sehr auf unsere Zusammenarbeit und den Einsatz für angestellt tätige Psychotherapeut*innen. Es gibt auch einen E-Mail-Verteiler für leitende Psychotherapeut*innen in Schleswig-Holstein. Bei Aufnahmewunsch freuen wir uns über eine E-Mail an PTI-ausschuss@pksh.de. Im Rahmen dieser Vernetzung treffen wir uns seit 2021 regelmäßig zu Online-Stammtischen, der nächste ist für den 10. März 2026 geplant.

Birte Ernst
Vizepräsidentin


Ist das wirklich nötig?

Bundeskanzler Merz fragt auf einer Wahlkampfveranstaltung im Januar 2026, ob es wirklich nötig sei, dass Menschen so viele Tage aus Krankheitsgründen nicht arbeiteten. Ich möchte eine Gegenfrage stellen: Sind Sie sich bewusst, Herr Merz, dass psychische Erkrankungen mittlerweile auf Platz zwei der Gründe für krankheitsbedingte Fehltage stehen?

Sollte man basierend darauf nun das gemeinsame Ziel einer Reduktion an Fehltagen definieren, erscheint es doch als logische Konsequenz, die psychotherapeutische Versorgung zu verbessern, sie mindestens zu sichern.

Doch davon ist unsere Bundesregierung noch immer meilenweit entfernt. Während Parolen gegen Einwanderung und Sozialhilfe-Beziehende in erschreckendem Tempo immer salonfähiger zu werden scheinen, steht auch sechs Jahre nach der Reform des PsychThG eine Lösung des Finanzierungsproblems der psychotherapeutischen Weiterbildung immer noch aus.

Vergleichbar mit der sehr kurz gedachten Idee, einfach von Arbeitnehmenden zu verlangen, krank zur Arbeit zu gehen, wirken Gesetze wie das BEEP wie ein Tropfen auf den heißen Stein; erlauben sie doch weiterhin nicht die Finanzierung der weiterbildungsinhärenten Bestandteile Selbsterfahrung, Theorie und Supervision und bieten keine Antworten zu den Teilen der stationären oder in Praxen stattfindenden Weiterbildung.

An dieser Stelle könnte ich nun erneut alle Argumente dafür aufführen, warum es jetzt einer Lösung der Finanzierungsfrage bedarf. Ich könnte über meine Kommiliton*innen schreiben, die nach bestandener Approbation auf Weiterbildungsplätze warten, oder diejenigen, die noch im Studium sind und nicht wissen, warum sie diesen Abschluss überhaupt noch anstreben sollten. Ich könnte über Patient*innen schreiben, mit deren Versorgung fahrlässig jongliert wird. Von Instituten, die nicht planen können, wie es für sie und die Dozierenden dort weitergehen soll, oder von der enormen Versorgungslücke, die deren baldige Schließung gebietsweise hinterlassen wird. Ich könnte über die Situation der PiA sprechen, die jahrelang für eine Verbesserung der Umstände – für uns – gekämpft haben und nun vor die Frage gestellt werden, wie sie noch an PT-Plätze kommen sollen.

Doch all das wurde schon seit Jahren immer und immer wieder getan. Die Fakten liegen auf dem Tisch: Es braucht eine Lösung der Finanzierungsfrage der psychotherapeutischen Weiterbildung. Und das besser heute als morgen. Keine notdürftigen individuellen Lösungen im föderalen Flickenteppich Deutschlands, sondern eine bundesweite Antwort.

Nur: Wer Menschen unterstellt, lebensnotwendige Hilfen in betrügerischer Absicht in Anspruch zu nehmen oder aus Faulheit der Arbeit fernzubleiben, dem fehlt es vielleicht an dem, was Rogers einst für unseren Berufsstand als grundlegend definierte – Empathie und Wertschätzung. Vielleicht ist es also wirklich nötig, dass wir all diese Argumente wieder und wieder auspacken – unermüdlich und eben so laut wir können.

Ich freue mich darauf, in neuer Funktion als Beauftragte der PKSH als Ansprechperson für diese Fragen zur Verfügung zu stehen und gemeinsam unermüdlich laut zu bleiben.

Sara Weber (Foto: Carolin Florack)

Sara Weber (Foto: Carolin Florack)

Sara Weber


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