Mitteilungen der Psychotherapeutenkammer des Saarlandes

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Demonstration am 18. Juli 2026 in Saarbrücken: „Stoppt die Zerstörung der Kassensitze“

(Foto: PKS)

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Trotz Ferien- und Urlaubszeit fanden sich knapp 1.000 Demonstrierende in Saarbrücken, um gegen die negativen Konsequenzen des GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetzes sowohl für Patient*innen als auch für die gesamte ambulante psychotherapeutische Versorgung zu demonstrieren.

Die saarländischen Bundestagsabgeordneten von SPD und CDU haben in Berlin für das Gesetz gestimmt, obwohl das Saarland das Bundesland mit der höchsten Zahl an Fehltagen durch psychische Erkrankungen ist.

Aus Sicht einer niedergelassenen Psychotherapeutin nahm Dipl.-Psych. Bärbel Heinz zu Beginn der Demonstration Stellung. Gesundheitsministerin Nina Warken habe noch anlässlich des Deutschen Psychotherapeutentages (DPT) im November 2025 von der Dringlichkeit einer Anpassung der Bedarfsplanung gesprochen, die Finanzierung der Weiterbildung, formuliert im Koalitionsvertrag, als wichtig herausgestellt und den niedrigschwelligen Zugang zur Psychotherapie hervorgehoben. In den daran anschließenden Monaten folgte zuerst die Honorarkürzung für niedergelassene Psychotherapeut*innen, die das Gesamtbudget der gesetzlichen Krankenkassen um weniger als 1 Prozent „belasten“.

Damit wurde eine Patient*innengruppe getroffen, von der man am wenigsten Gegenwehr erwartet habe, weil es ihr ohnehin bereits schlecht ginge. Dann folgten die Budgetierung und das Streichen der Prüfung einer angemessenen Vergütung, obwohl hierfür höchstrichterlich und verfassungsrechtlich hergeleitet vom Bundessozialgericht Schutzregeln gelten. Bärbel Heinz spricht für die niedergelassenen Kolleg*innen, die angesichts der aktuellen Gesetzgebung fassungslos seien und eine mehr als unsichere Planungsperspektive nach dem 1. Januar 2027 hätten.

Dipl.-Psych. Bärbel Heinz (Foto: PKS)

Dipl.-Psych. Bärbel Heinz (Foto: PKS)

Der „aktuelle bericht“ informierte in seiner Sendung vom 18. Juli 2026, zusammen mit einem Interview mit Bärbel Heinz: www.ardmediathek.de/video/aktueller-bericht/aktueller-bericht-am-samstag-18-07-2026/sr/Y3JpZDovL 3NyLW9ubGluZS5kZS9BQl8xNzE0NjY

Vor dem saarländischen Landtag beleuchtete M. Sc. Philipp Schulz die Perspektive seiner Patient*innen, die künftig noch längere Wartezeiten akzeptieren oder gar keine Möglichkeiten der psychotherapeutischen Versorgung haben werden: „Menschen, die ohnehin schon stark belastet sind, wird der Zugang zu einer Versorgung jetzt noch schwerer gemacht als ohnehin schon. Wer bereits am Abgrund steht, braucht eine helfende Hand und keinen Riegel vor der Tür!“ Seine Sicht auf die Konsequenzen für die Versorgung: „Dieses Gesetz ist ein Signal. Eine Botschaft, dass der Druck der ambulanten Versorgung nicht wahrgenommen und ernst genommen wird. Das ist nicht ,durchdacht‘, das ist existenzbedrohend.“

(Foto: PKS)

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M. Sc. Philipp Schulz (Foto: PKS)

M. Sc. Philipp Schulz (Foto: PKS)


Kammerpräsidentin im Interview mit der Saarbrücker Zeitung: Das Gesetz ist ein „gesundheitspolitischer Fehler“

Im Interview vom 13. Juli 2026 mit der Saarbrücker Zeitung äußert sich Kammerpräsidentin Stefanie Maurer zu den zu erwartenden Konsequenzen für die psychotherapeutische Versorgung: „Die psychotherapeutische Versorgung darf nicht davon abhängen, ob sich Praxen die Behandlung wirtschaftlich noch leisten können“.

Die Saarbrücker Zeitung berichtete zuvor darüber, wie die saarländischen Bundestagsabgeordneten abgestimmt hatten: www.saarbruecker-zeitung.de/saarland/krankenkassen-reform-so-stimmten-abgeordnete-aus-saarland_aid-151303233

Der Kommentar zur aktuellen Gesetzeslage von Isabell Schirra (13. Juli) ist hier abrufbar: www.saarbruecker-zeitung.de/nachrichten/meinung/saarland-spar paket-gefaehrdet-psychotherapie_aid-151298487


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